Dienstag, 15. Januar 2019

Mag Victoria Leinen? Und wer ist Victoria?

Was Leinen ist, weiß ja so ziemlich jeder. Die gute alte Tischdecke in der Truhe, die nur zu besonderen Feiertagen rausgeholt wurde. Aufgebügelt mit Wahnsinnsaufwand, weil die Knitter einfach nicht rausgehen wollen... Was ich inzwischen über Leinen weiß, macht manchen Handgriff auf einmal verständlich: anfeuchten das Leinen beim Bügeln... weil Leinen, wenn es nass wird, die Fasern anlegt und geschmeidiger wird. Wenn man es so "dämpft" wird auch das Gebügelte glatt 😲

Leinengarn wird auch beim Klöppeln hauptsächlich verwendet. Also zumindest typischerweise. Und auch hier hilft Feuchtigkeit. Wenn nämlich das Garn auf dem Klöppel alle ist und man einen vollen Klöppel anknoten muss, hält der Knoten einfach besser, wenn man ihn anfeuchtet.

Also Leinen ist damit kein Geheimnis, aber wer ist nun Victoria und was hat sie damit zu tun?

Victoria ist mein neuer (gebrauchter) Webstuhl, den ich auf dem Marktplatz gefunden habe.
Sie ist eine kleine Schwedin aus dem Haus Glimakra und hat statt Pedale zum Schaftheben, Handhebel.
Handhebel habe ich mir ja schon einmal selber gebaut und bin auch super damit zurecht gekommen, aber so eine Eigenkonstruktion hat auch ein paar Macken. Und ein Grund für Vicky war unter anderem, zu schauen, wie DIE das gemacht haben, was mich bei meinem ein bissel stört. 
Mein anderer Mini-Schwede von Maliz hat mir auch schon neue Ideen beschert, die ich auch schon umgesetzt habe. Aber noch ein anderes Modell zum abgucken zu haben, ist auch nicht verkehrt 😎

Auf meiner letzten Dienstreise kam ich dann endlich dort vorbei, um sie abzuholen...


Was für ein Glück, dass ich mit einem Kombi unterwegs war 😋

Zu Hause habe ich sie erstmal eingelagert, weil noch ein paar andere Sachen zu erledigen waren. Aber im Weihnachtsurlaub habe ich sie dann aufgeweckt. Sie war in grade mal 2 Teile und das Untergestell zerlegt, so dass ich sie mit 3 Handgriffen zusammengebaut hatte. Das Untergestell habe ich erstmal weggelassen. Vielleicht baue ich das irgendwann nochmal zusammen und setze alles zusammen. Aber bis dahin bin ich erstmal ungeduldig.

Eigentlich hatte ich mir Wolle in Shetland bestellt... die ist auch schon lange da und ich hatte mir sogar schon eine Webpatrone geschrieben. Aber irgendwie ist das alles in Vergessenheit geraten.
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Und als wiederum auf dem Marktplatz Leinengarn angeboten wurde, hatte ich meine Shetlandwolle total verdrängt und Leinentücher waren auf einmal in meinem Kopf. 😂

 

Erst sehr viel später dachte ich, hmpf, das sind doch die gleichen Farben... und tatsächlich, sie sind wirklich ähnlich. Scheinbar gefallen sie mir, denn ich habe nicht geschmult, um das Gleiche nochmal in Leinen zu finden! 

Was ich ja schon immer mal ausprobieren wollte, seit ich so fix auf einem Webrahmen eine Kette aufziehen kann, ist, das auch mal am Webstuhl auszuprobieren.
Es funktioniert. Dummerweise habe ich genau wie bei meinen ersten Schärversuchen am großen Webstuhl auch hier das Fadenkreuz vergessen 😕 Das Fadenkreuz ist ein unersetzlicher Helfer, wenn man keinen Kuddelmuddel in seinen Fäden haben will, wenn man sie auf dem Webstuhl aufrollt (für alle, die es wissen: ich weiß, es ist der Kettbaum. Aber nicht jeder der das liest, weiß das auch). Für das Fadenkreuz braucht man am anderen Ende der Kette zwei Bolzen, um die man den Faden herumlegt, bevor man wieder zum Rahmen zurückgeht. Der Faden wird dort rumgelegt, wie eine 8, so dass der Kommende Faden von links kommt, durch beide Bolzen durchläuft, um den zweiten herum und nun von rechts über den anderen geht. Bei Ahsford kann man das mit sehr vielen Bildern nachvollziehen. Der Sinn des Ganzen ist, dass man, wenn man die einzelnen Fäden dann durch die vielen Litzen ziehen muss, dass man sie in der richtigen Reihenfolge einfädelt. Ganz wichtig ist das bei einer Kette, die unterschiedliche Farben hat, so wie meine.

Irgendwie mache ich nie eine Gewebeplanung, also Garnstärke anschauen (oder gar gezielt auswählen 😱), das passende Riet auswählen (das nur zu diesem Garn passt) und dann genau die richtige Menge an Garn bestellen...
Ich finde meist ein tolles Muster, oder habe ein wunderschönes Garn, dass ich verweben möchte und dann lege ich einfach los. Ich schau mir mein Garn an, lege zwei Fäden nebeneinander und schaue, wie viel Platz sie damit brauchen. Dann schaue ich, was ich für ein Metallblatt habe, wo ich die Fäden so durchfädeln kann, dass sie etwas Luft haben und los gehts. Das birgt gerne mal die Überraschung, dass das Muster etwas anders ausfällt, als ich mir das gedacht habe, aber es ist irgendwie immer so, wie ich es wollte... nur (fast) immer etwas kleiner 😆

Das Fadenkreuz habe ich nun bei meinem Victoria Erstling vergessen. Ich hatte auch nur diese Vorlage. Zumindest habe ich dran gedacht, dass das Garn sehr dünn ist und pro Farbabschnitt gleich 16 Fäden eingeplant 😉
Wie oft sich der Rapport wiederholen soll, war mir erstmal Wurscht, ich habe in der Mitte angefangen und nach einer Seite die Fäden gezogen, bis ich der Meinung war, diese Breite ist ungefähr die Hälfte von dem, was ich haben will. Den Rapport noch zu Ende gebracht und das Ganze in die andere Richtung wiederholt.
Die beiden Richtungen habe ich getrennt gehalten und dachte eigentlich, wenn ich die einzelnen Schlaufen, eine nach der anderen wegnehme funktioniert das. Aber ich habe die Fäden durch das Metallblatt gezogen, damit sie gleich in der richtigen Breite hinten auf dem Kettbaum liegen, wenn ich die Kette dann aufrolle. Bisher stelle ich mich immer noch etwas umständlich an, WIE ich die Fäden durch die Litzen steche. Sie im Blatt zu lassen, wäre ideal, dann kämen sie nicht durcheinander.
Bild könnte enthalten: Personen, die sitzen
rechts hängen noch die Fäden am Stück, weil ich beim Litzenstechen auch in der Mitte anfange. Wenn ich sie so liegen lassen würde, könnte ich die Litzen nicht verschieben. Auf der linken Seite habe ich die Schlaufen aufgeschnitten und oben drüber gelegt. Ich musste sehr gut schauen, dass ich sie halbwegs der Reihe nach erwischt  habe. Zumindest haben die Farbrapporte ein größeres Durcheinander verhindert.

Aber ich habe 4 Schäfte, auf denen die Litzen hängen und durch die ich die Fäden ziehen muss. Solange die Fäden noch im Metallblatt stecken, kann ich die Litzen nicht dorthin schieben. Ich muss sie also aus dem Metallblatt rausholen und hinter oder über meine Schäfte legen, damit ich dann die Litzen an die richtige Stelle schieben kann. Und jetzt brauche ich mein Fadenkreuz.

Bild könnte enthalten: eine oder mehrere Personen

Man kann richtig gut erkennen, dass ich so nicht so einfach die Fäden vertauschen kann. Ich muss sie nur der Reihe nach wegnehmen, einen der von oben kommt, dann einen von unten.
Die linke Seite habe ich noch so π x Daumen reingezupft. Die rechte Seite habe ich glücklicherweise in der Schlinge hängen lassen, wie ich sie schärt habe. So konnte ich diese Schlaufen nachträglich in ein Fadenkreuz legen, die beiden Stäbe durchfädeln und fixieren und damit ging die rechte Seite wie geschmiert 👍

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Im Weihnachtsurlaub habe ich es nicht ganz geschafft, also ist es erst danach fertig geworden. Abends ist es nun schon dunkel, wenn ich nach Hause komme, aber ich habe letztes Jahr so tolle LED Lichtleisten gefunden. Die kann man zusammenstecken zu der Länge, die man braucht. Und die habe ich mal fix am Rahmen befestigt, so dass ich was sehe und nicht geblendet werde. Ich habe das auch schon an meinem Eigenbau dran, allerdings schon fest geklebt. Hier habe ich sie mit so Silikon-Kabelbindern festgemacht. Ich glaube, die sind eigentlich um Rouladen zu wickeln, aber dafür habe ich immer noch meine Rouladennadeln. Wenn dich die mal wieder sehe, kaufe ich mir davon noch welche, die sind so wunderbar universell einsetzbar und so schön schnell, um mal eben was festzuhalten!

Bild könnte enthalten: Innenbereich

Das Anbinden ist inzwischen nichts mehr, worüber ich groß nachdenken muss, das geht immer recht schnell. Aber was mir gerne passiert, wenn ich solche Muster webe: ich weiß nie, wie fest ich den Schussfaden anschlagen muss und habe es dann entweder zu fest, oder zu locker. Bei einem geplanten Schal ist es dann auch blöd, nach 10 cm wieder zurück zu weben, weil es nicht so wird, wie gedacht. Ist aber am Ende die bessere Alternative.
Da es hier reines Leinengarn ist, sollen es eigentlich Küchentücher werden. Nur bin ich grad nicht sicher, ob das Material überhaupt dafür geeignet ist. Und deshalb habe ich dieses Mal erstmal einen Mustersatz Probe gewebt. Einmal, um zu sehen, ob ich mich nicht an irgendeiner Stelle verfädelt habe und auch, um zu schauen, wie fest muss ich denn nun anschlagen, damit meine Farbquadrate auch quadratisch werden?

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Am Anfang ist es durch das Anbinden immer noch etwas lückig. Ich konnte nicht erkennen, ob es passt oder nicht, also habe ich ein anderes Garn genommen und nochmal vorsichtig angeschlagen... hm, viel zu locker. Also nochmal das erste Garn und etwas fester: So schaut es gut aus!

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Also kann ich nun mit dem richtigen Garn loslegen 😄 Es gefällt mir sehr gut 😍

Bild könnte enthalten: im Freien

Bisher habe ich Wolle und Baumwolle verwebt. Auch Baumwolle hat irgendwie eine Art Elastizität, wenn auch nicht viel. Aber immerhin so viel, dass meine Fäden immer schön gespannt sind.
Bei dem Leinen wurde ich nun überrascht. Alles ist schön stramm, dann hebe ich Zwei Schäfte und die gehobenen Fäden sind auch weiterhin schön fest...
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Aber die, die untern bleiben, hängen durch, wie ein nasser Sack 😲 Hier das Schiffchen durchzuwerfen ist schier unmöglich! 😱 Es verhakelt sich sofort in diesen lockerren Fäden und fährt darunter durch, so dass ein sauberes Muster sehr mühselig ist, indem ich mit einer Hand die Fäden nach unten drücke und mit der anderen das Schiffchen so weit wie möglich durchhebe.
Das kann ich mal für den Mustersatz machen, aber für über 3m Gewebe geht das nicht, da werde ich ja nie fertig!
Über Nacht kam mir eine Idee, die ich am nächsten Tag gleich ausprobieren musste: Wenn ich so ein Webschiffchen zwischen die gehobenen und unten liegenden Fäden lege, dürfte ich nicht mehr hängen bleiben 😏 Ausprobiert und es funktioniert! Es hat sogar noch den Vorteil, dass ich dieses Holzbrettchen wie eine Schiene verwenden kann. Dort schießt mein Schiffchen nun mit Schwung drüber und nichts kann sich mehr verhaken.
Da bekommt der Ausdruck "Leinen ist cool" gleich eine ganz neue Bedeutung. 😄

Fazit: Vicoria mag Leinen doch, auch, wenn man es ihr erst beweisen muss. Und falls das mit den Küchentüchern nichts wird? Was solls, die Mama ist irgendwie immer auf der Suche nach "Platzdeckchen" für den Abendbrottisch. Einen langen Läufer und einen kurzen quer drüber gelegt, schaut bestimmt schick aus 😉

Dienstag, 25. Dezember 2018

Remembrance Shawl for Lara

In summer Lara was visiting me for a long weekand and we had a lot of fun to play with wool and lots of handcrafting. The weather was raining most of the time but we were happy to work with fibers in all sections. 

At the beginning of the year she asked me to make 2 shawls for her she want to give away to friends. One should be woven, one knitted. So I was walking and looking trough what we can take. The fibers for the woven were found easy. It was the shawl for Janet. On this post I only wrote about what we made on this. But we made much more.

We opened my current solar deying, filled new ones in. We made a walk when the rain was making a break, we cooked beef rolls and talked a lot. 

One of the result of the weekend was that we decide not to take the green-blue fibers for Lindseys shawl. She got an owl shawl from Alpaka... But these ones Lara was so curious to try all the steps in woolmaking I had an idea what to do with...


starting with mixing the fibers on the blending board...

The turquise and lemon are Australien Merino I found on the fair in Leipzig. Also the dark blue. These are silk cocoons I needed to open carefully. The white fibers are Sojasilk.


It is a perfect combination to blend. Interesting that the rolags look more turquise than green, but the finished shawl has an intensive green touch! 


very concentrated...

The rolags I spun into a single yarn since Laras visit. Always step by step. A lot of other things I made inbetween... The white is the yarn Lara spun herself! It is as any first spun, thick and thin, overtwisted and with too less twist. I had some problems to finish it in the same way 😅

These both were the basic of my idea for a combination. From the thin mixed I know from my last shawls it will make a kind of self pattern. The white I would put in as similar lines that are crossed from time to time. But not regulary. Like the self pattern from the green it should look like fortuitously.


The first idea was to pull the white lines through the finished shawl. But with warping I thought the fabric could be too soft and the threads will move. So I had the better idea to weave it with. That was ok for the weft. But in the warp I had to lift and lower any thread in any shot by hand... quite expensive!  


Than I had a flash and the best solution ever: I lay in the horizontal into the weft and the vertical I pulled trough in the woven part. As long as it was not rolled on the beam. So always on small steps. It works perfect!



I love the result! ♥ And have enough fibers from the colored and enough yarn from the white to make a twin for myself.

Lara, it was a very nice weekend and I hope you will have a beautyful reminder on this with this shawl ...





Montag, 24. Dezember 2018

Mützen, Mützen...

... laut Kalender ist es Winter und jedes Jahr, wenn die Temperaturen unter 5°C sinken, stehe ich vor dem Schrank und überlege: Welche Mütze setze ich heute auf?

Am Ende habe ich eine, die für den ganzen Winter herhalten muss. Die Auswahl hat dabei nichts mit modischem Accessoir und/oder passend zum Rest zu tun, sondern ich schnappe mir die, die ich als erstes erwische und die mir den Kopf warm hält. Es gibt nichts Schlimmeres, als Kopfschmerzen, weil die Ohren einen Zug bekommen haben, oder die Stirn, oder das Genick.

Seit geraumer Zeit, bastele ich an verschiedenen Mützenmodellen. Herausgekommen ist inzwischen eine gute Anzahl an Mützen. Einige davon sind halt Muster, die ich brauche, um Fehler auszubessern, Gewichte der einzelnen Farben abzuwiegen, oder um zu schauen, geht das so? Schaut das aus?


Ich habe wirklich mehr Mützen, als diese 6. Zwei sind auf Promotion Tour bei Irina... Sie werden jedem aufgesetzt, der auch nur in die Nähe der Mützen kommt.
Eine habe ich meiner Mom geschenkt. Sie "klagte" letztens, dass die Mützen immer die Frisur zerstören. Ich hatte mal eine Baskenmütze gestrickt, die nach dem Bund schön weit wird. Die sollte die Frisur in Ruhe lassen. Und die anderen waren auch solche Mützenmuster, die nix Halbes und nix Ganzes sind. Sie halten den Kopf warm, ist noch das Beste, was ich darüber sagen kann.

Aber wieso nun eine ganze Batterie? Ich habe immer noch nur einen Kopf und eitel bin ich immer noch nicht, so dass nach wie vor die Erstbeste ihren Dienst tun sollte.

Nun Irina und ich haben ein Projekt gestartet. Geboren aus einer Idee und einem Lieferanten für eine Wolle, die tatsächlich in Deutschland gewachsen und auch hier verarbeitet wurde. Und die trotzdem eine tolle Wolle ist, die man sich sogar leisten kann. Nun es ist reine Wolle, kein Polyquatsch drin, kein Blim-blim, oder irgendein anderer Schnick-schnack. Sie ist gefärbt und damit ist sie perfekt für unser Vorhaben, dass inzwischen auf dem Weg ist:

Der Stricksack! Ein Paket, ursprünglich gedacht als ein Mitbringsel für jemanden, der gerne strickt. Im "Sack" enthalten eine Strickanleitung für eine Mütze, die passende Wolle und das passende Werkzeug. Also einfach aufmachen und loslegen.


Für das erste Päckel haben wir recht lange überlegt. Die Ur-Idee war, den Buntzlauer Karpfen für den Kopf festzuhalten. Nun ist es eine Fischlimütze und da das Muster von Ostsachsen inspiriert und die Wolle aus der gleichen Ecke kommt, wurde es der sächsische "Nischelwärmer"


Und weil immer nur Fische etwas anstrengend sind und das Buntzlauer Prozellan so viel mehr Möglichkeiten bietet, gab es gleich noch ein "Folgemodell"  Allerdings nur, weil ich ein anderes Bündchen und eine andere Spitze ausprobieren wollte... 😉



Ein Muster zu "malen" und das in eine Mütze zu stricken ist der erste Schritt, von so vielen anderen. Wie soll die Mütze heißen? Oder das ganze Paket? Es sollte sich von denen, die es schon x-fach gibt unterscheiden. Nicht nur im Namen, auch in der Aufmachung. Wir haben viele Abende vermessengert, um Bildern hin und her zu schicken, Links zu Lieferanten, Diskussionen über die Farbe und Schrift der Anleitung. Allein die Plakette, die außen am Säckel hängt, war Schwerstarbeit. Manchmal kam ein Vorschlag, der dem anderen nicht gefiel und es musste eine Alternative her. 
Wenn dann alles fertig ist, denkt man: boah, wieso hat das so lange gedauert? Ist doch ganz einfach! 
Nun, einfacher wird es für kommende Projekte, bei denen wir auf dieses zurückgreifen können. Wo wir mit ein bisschen mehr Zeit, verworfene Ideen wieder aufgreifen und in Ruhe angehen können. Denn das wird nicht das letzte Päckchen sein, das wir schnüren! Zu viele Muster, Wollhersteller und Kombinationen schwirren in unseren Köpfen und inspirieren uns. 

Einmal angeregt, läuft das Gehirn auf Hochtouren und ich sehe überall Motive, die man in Mützen verarbeiten kann. Die nächste hat mich quasi angesprungen durch einen Kommentar "lettischer Zopf". Ich habe interessiert mitgelesen und irgendwann kam ein Stichwort zu dem Buch "Knitting like a Latvian"... Huch, das habe ich doch! Ok, noch nicht sehr lange (drum habe ich mich wohl auch dran erinnert), aber schon länger, als 3 Tage. 
Bis dahin hatte ich es nur gekauft, kurz mal durchgeblättert und wieder beiseite gelegt. Aber nun habe ich es noch einmal rausgeholt und in Ruhe angeschaut. Das Erste, was mir nun erst aufgefallen ist: nur Muster für Handschuhe, Handstulpen und Pulswärmer. Hm, das ist etwas mager. Aber dann hat es mich angesprungen! Muster in verschiedenen Grautönen, hin und wieder mit einem roten Akzent, manche auch mit weiß und grau. Und da fiel mir meine Freundin Karin wieder ein. Karin mit ihren Pommernschafen. Sie hatte mir schon vor noch längerer Zeit mal von so einer Idee erzählt, indem sie etwas anbieten kann, das man aus ihrer tollen Pommernwolle machen kann. Ist aber immer wieder bei der Mustersuche und allem, was als Rattenschwanz hinterher kommt, um das auf den Weg zu bringen, auf der Strecke geblieben. Aber mich hatte es nun gepackt und herausgekommen sind zwei Mützen "Pommern meets Latvian"

Die mit dem Bündchen ist im Moment mein Liebling, die andere geht nicht ganz über die Ohren, ist aber grade im Ohrenbereich doppelt. Da muss ich nochmal eine Naht aufmachen und das ein bisschen verlängert wieder festheften.

Die grün-blaue Mütze mit den Schafen ist eine Auftragsmütze nach einem gekauften Muster. Sie geht nach Weihnachten auf die Reise. Die Frage dazu hat mich wieder auf die Idee gebracht, warum eigentlich nicht? Nicht jeder kann stricken. Und so habe ich dafür ein Fach im Regal eingeräumt. Also nicht speziell für diese Mütze, aber für den Service, eine Mütze gestrickt zu bekommen. Zu einem Preis, den ich für eine gute Mütze auch noch bezahlen würde. 


Und diese war nur ein Umarbeiten der "bunten-Schafe-Socken" in eine Mütze. Das mit den 3 Farben auf einmal ist immer noch nicht so der Kracher. Aber vielleicht wird es ja noch.


Und nun muss ich erstmal meinen Weihnachtsbaum schmücken... !

Sonntag, 2. Dezember 2018

zu Hause ist es irgendwie nicht mehr...

... mein Elternhaus. Es fällt mir immer wieder auf, wenn ich dort zu Besuch bin. Alles ist nun irgendwie anders. Anders eingerichtet, anders aufgeteilt und irgendwie habe ich das Gefühl, die Räume sind alle kleiner, als in meiner Erinnerung.
Und doch ist es nicht total fremd. es stehen hier und da Sachen, die ich noch aus meiner Kindheit kenne, oder die inzwischen von mir dort eingezogen sind (So eher kleine Mitbringsel, bei denen ich immer wieder überrascht bin: ach gucke, das hast Du ja gemacht 😂) Genauso, wie früher die selbstgemachten Sachen aufgehoben wurden, werden diese liebevoll im Haus verteilt dekoriert. Also doch noch ein bisschen zu Hause.

Ein Kurzbesuch zu Mittag und über Weihnachtsmarkt schlendern und viel erzählen, was in keine email, oder ein Telefonat passt. Und auch beim Spazieren durch die Stadt, in der ich aufgewachsen bin, erkenne ich viele Sachen nicht wieder, weil es sie damals noch nicht gab, oder versteckt oder ganz einfach nicht so hergerichtet waren, wie sie es heute sind.
Überall zeigt sich alt neben neu. Das Neue passt manchmal sehr gut, manchmal sträuben sich einem die Nackenhaare über so was hässliches.  Gut, alles muss ich nicht verstehen. Grade mal anderthalb Stunden entfernt, ist es nicht nur ein anderes Bundesland, sondern auch mit anderen Sachen sehr weit weg.

Ich finde, besser kann man aber gar nicht erkennen, dass man sich selber verändert hat, als durch bekannte Straße zu laufen, die man auf einmal nicht mehr erkennt. Und das nicht nur, weil der Straßenname, der zu DDR Zeiten sozialistisch war, nun wieder die alten Namen haben, von denen die Oma immer gesprochen hat. Damals haben mir diese alten Namen nichts gesagt, weil ich nur die aktuellen kannte. Heute sagen sie mir wieder nichts. Nun ja, mit ein bisschen Hilfe und Erklärung, was (mit mir bekanntem Namen) in der Nähe ist, macht es schon einen Sinn, aber nicht so intensiv, dass es gespeichert wird. Und so wird es dieser Erklärung das nächste Mal wieder bedürfen.

Bin ich alt? 🤔 Ich weiß nicht. Mein Spiegel sagt, ich sehe aus, wie immer. Das ist das Fiese, wenn man es jeden Tag sieht. Keine Veränderung, außer mal die Haare geschnitten... Nein, alt bin ich noch nicht, nur älter als vorher... auch nicht verkehrt  😉

Blick von der Wasserkunst auf das Rathaus. Einfach Markt zu sagen, wäre unklug. Jeder ortsansässige fragt sofort: Welcher Markt? Der Hauptmarkt, der Neumarkt, oder der Buttermarkt? Ja klar, der Einheimische weiß, dass es der Hauptmarkt ist...

 Das Rathaus aus der Nähe, eines der Häuser, die sich wohl nie verändern! So habe ich wenigstens immer noch mal einen Anhaltspunkt
Vom Rathaus zurück geschaut nach dorthin, wo ich vorher runtergeschaut habe. Die Wasserkunst ist nicht zu erkennen, aber das Schloß im Hintergrund. Schade, dass die beiden Türme nicht mit drauf sind, das würde es markanter machen

 Hinter dem Rathaus steht eine Imbissbude in Form eines Lichterbogens. Gefällt mir. Das gab es früher nicht! Manches ist eben auch besser geworden ♥

 Es ist weitgehend für Weihnachten geschmückt. Sowohl mit traditionellen Motiven, wie auch modernen. Warum auch nicht?

Eine Dreifach-Garage kann auch schick aussehen...

Diese Wand ist an dem Laden, in dem ich früher mindestens 1x die Woche war. Irgendwie denke ich, ich kenne es und es war früher schon dran, aber beschwören könnte ich es nicht...

Sonntag, 14. Oktober 2018

Ja, wo laufen sie denn? 🙈

Auf jeden Fall laufen sie nicht (mehr) weg! 😉 Und ich freue mich sehr darüber. Ich stand das erste Mal im Frühjahr zwischen diesen Schafen, zumindest war das der Plan. Ich war auch da, aber die Schafe sind weg gerannt, als ob ich der Wolf wäre. Mit Leckerlis konnten sie überredet werden, dass ich sie nicht fressen will, aber streicheln und kuscheln is nich.

Umso größre meine Freude dieses Mal, dass sie nicht nur nicht weg gerannt sind, nein, sie sind auch stehen geblieben, haben an meinen Händen geschnuppert und ein bissel Kopf kraulen durfte ich auch, nur nicht zu viel!

 Begrüßung von Malte und Käptn Morgan. Ein gutes Omen, dass sie auch schon stehen geblieben sind. Das letzte mal war ich so uninteressant, dass sie ihr Fressen für mich nicht unterbrochen haben. Sie standen ja auch weit genug weg und in Sicherheit.
dieses Mal habe ich mir ein paar mehr Namen gemerkt und ein paar Erkennungszeichen. IN der Mitte mit den langen Haaren und den Hörnen, ein Mädchen (!), Emily. Ihr Vlies liegt im Moment bei mir in der Wäsche. Umso wichtiger, dass ich ein Gesicht dazu habe.
Davor ist Lily, gut zu merken an der weißen Schnute und den weißen Augenringen. Ich weiß nicht, ob alle Schafe jahreszeitlich ihre Gesichtsfarbe verändern, aber ich hoffe, das nächste Mal erkenne ich sie wieder.
 Ich war dieses mal nicht allein!. Schafe sind zwar keine Esel, aber doch auch "nett" ... also für jemanden, der mehr nach stehenden Langohren Ausschau hält.

Bestechung mit Kastanienstücken. Ich müsste eigentlich beleidigt sein, weil sie anscheinend zu ihm einen Draht haben, den sie mir verweigert haben. Aber so ein Schaf ist halt auch nur ein Mensch und ich kann auch nicht mit jedem auf Anhieb.


 Lili und der Mini Moi, der gleiche, der mit seiner Winzigkeit dieses Jahr schon schwer für Aufregung gesorgt hat.

Dörthe ist ein echtes "Schaf" voll verschmust und frisst so ziemlich alles, was man ihr unter die Nase hält. Und dann ist sie Dein bester Freund. Mit ihrem lustigen Gesicht schaut sie immer freundlich und lieb aus.


 Dörthe und ihre zwei Söhne, die Dörtherichse in Reih und Glied.
 der mini Moi war sehr neugierig, fast schon wie eine Katze!

 Gan Ainm, mein allererstes Shetlandvlies

Mini Moi, wie gesagt, sehr neugierig, man muss doch mal über die Schulter schauen, was die beiden Mädels da vorne so treiben!


Nach einer Stunde Aufmerksamkeit verteilen macht es rundum Plopp, die Schafe verteilen sich in der Mittagssonne auf der Weide und legen sich hin.

Ein schöner Nachmuittag. Ich habe mich nur gewundert, dass es nachittag um 3 (die Zeit, zu der ich wieder nach Hause fahren wollte) schon so dunkel ist, wie abends um 7! 🤔 Ich glaube, meine Uhr ist kaputt 😂