Donnerstag, 7. Januar 2021

ein neues Jahr...

 ...eine neue Herausforderung!

Die Strickmaschine mal wieder. Karin hat mir ihren 4fachfarbwechsler geliehen, weil ich beim Stöbern mal wieder auf ein altes Teil gestoßen bin.

Die Mama hat mal vor gefühlt 1000 Jahren eine Weste für den Papa gestrickt. In grau mit Zick-zack und Rauten. Die Weste ist verschwunden, keiner weiß, wohin. Ich habe noch einen Kommentar im Hinterkopf um die schöne Weste und man fragt ja auch nicht, wenn man sie nicht sucht. 

Also eigentlich habe ich das Buch ja durchgeblättert, weil ich wissen wollte, wie man das, was man heute so pauschal als "Fair Isle" bezeichnet, früher genannt hat. Das neue Mützenprojekt ist in der Endphase und immer wieder "Fair Isle trifft deutsches Design" wird beim dritten Mal ein bisschen fad. Also einmal stöbern, was haben die früher dazu gesagt? Einstrickmuster! Klingt komisch und ich habe noch keine Idee, wie ich das einbringe, aber irgendwas wird mir schon einfallen 😉
Tja und da ist diese Weste wieder...
Mit meinem heutigen Wissen und Können schaue ich mir die Strickschrift nach dem Maschenrapport an: geht das auf der Strickmaschine? Hat es 24M? Oder auch 12? hat es nicht, es sind nur 10 😮 Mist!

oder auch nicht 🙄
Der erste Gedanke ist ja immer der Beste: Pommernwolle und Höllenwolle kombinieren, hellgrau, dunkelgrau und weiß. Das die dunklen Streifen blau sind, kann man auch mal ignorieren. Das bissel rot kann man einfärben. Die Farben stehen. Die Wolle wurde in derselben Spinnerei gesponnen, passt also perfekt zusammen.

Aber der 10-Maschenrapport muss noch ausgebügelt werden. Also erstmal aufmalen. Und dabei fällt mir auf... ähm, da sind ja 3 Farben in einer Reihe 😨 
nach dem Aufmalen gleich mal ein bisschen in die Breite gezogen, fällt kaum auf.

Das stricke ich mit der Hand sehr ungern, wird immer ein Gewurschtel, weil die Spannfäden IMMER zu fest angezoegn werden. An der Maschine kann ich im Normalfall mit 2 Farben stricken.

Messenger Konferenz mit Karin, wie geht das, geht das überhaupt und was mach ich nun? Jo, nicht einfach, aber irgendwie muss es gehen. Aha. Nun bin ich genauso schlau, wie vorher. Vielleicht doch mit der Hand? Aber 3 Farben!! Ich ziehe erstmal meinen Hut vor der Mutter. Eine Handarbeiterin ist sie nicht, und dann sowas. Ich kann nur den Kopf schütteln. Vor allem, weil ich weiß, dass das Teil nicht rund gestrickt wurde, wo man nur rechts stricken muss und hinterher aufschneidet und säumt. Macht man heute so. Kommt auch aus Shetland. 

Karin dann: mit dem 4fach Farbwechsler könnt es gehen. 
ich: Was ist das?
Karin: liegt bei mir rum, benutze ich nicht, kannst Du mal ausprobieren.
Ja, und das tue ich nun. Ausprobieren.
 
Diese Woche habe ich es dann endlich mal angesteckt das Teil. 
Ein Haufen Drähte und Führungen und 4 Wollkonen. Ich habe zum rumprobieren Reste von gestrickten Socken genommen. Die Wolle ist ordentlich strapazierbar, kann man getrost wieder aufribbeln und wieder verstricken.
Alles eingerichtet, los gehts.
Als erstes mal Streifen, wie im Anleitungsbuch angegeben.
ja, 4 Streifen sauber gestrickt, vorne und hinten gleich.

Als nächstes wollte ich also das mit dem mustern probieren und habe mir dafür dieses ausgesucht. Erinnert entfernt an ein Schaf mit Riesenhörnern, wenn man das auf dem Kopf stehende ignoriert 😏
Also Farben wieder einfädeln und los.

ähm, ja. Die Farben hat es gewechselt, aber wo ist mein Muster?? Auch wenn ich es mit Augen zukneifen versuche, Mein Muster ist nicht zu erkennen. Hm, aber die Maschine hat doch die Nadeln ausgewählt. 🤔 Für diesen Tag ist es zu spät, zum Denken. Feierabend und alles nochmal durch den Kopf gehen lassen.

Ein neuer Tag, ein neuer Versuch. Nochmal alles lesen und Schritt für Schritt durchgehen.
Also die Lochkarte einschalten UND die Mustertasten drücken. Mustertasten? Hab ich gestern gar nicht gemacht 😮 Das stand da auch gestern nicht, sonst hätte ich es ja gemacht! 😝 Da hat doch einer über Nacht in der Anleitung rumgeschrieben! 
Wie auch immer, heute steht es da und also mache ich das auch. Und kaum macht mans richtig, schon funktionierts! Vorsichtshalber erstmal nur mit 2 Farben.
die Rückseite, die auf der Maschine vorn ist, schaut schonmal gut aus

und endlich ein Muster, yippieh ♥

saubere Seitenränder auf der Farbwechselseite...

... und auch auf der andren Seite

Jetzt muss das nur noch in bunt funktionieren! 
Das Gestrick fasst sich recht dick an, finde ich. Und dann sehe ich auch im Anleitungsbuch, das ist gedacht für Wolle, oder Garne mit einer Lauflänge von 600m (+)/100g. Mal zum Vergleich: Sockenwolle hat ca. 420m/100g, also schon um einiges dicker.

Der Versuch mit den entsprechenden Farben an den richtigen Stellen ist dann mal prompt nicht geglückt. Das Garn bei der 3. Farbe kam nicht so, wie es sollte, die Maschen wurden nicht gestrickt und alles ist mir runtergefallen. Den Fehler habe ich schnell gefunden: der Anfang war noch in der Schiene eingeklemmt. Auch für gestern war mir das zu spät, um noch einen Versuch zu wagen. Das habe ich dann heute früh gemacht.

Und da ist es!
Alles da, wo es sein soll. Im Nachhinein war es mal wieder "nur" das Einhalten der logischen Schritte und Abkürzungen bringen nunmal nix.

Bei dieser Art Stricken ist die Vorderseite und die Rückseite glatt rechts. Also im Prinzip ein ganz feines re/li Bündchenmuster. Es ist, wie schon festgestellt, recht dick, rollt aber die Ränder nicht ein. Also schön für einen Schal, oder auch eine Jacke. Für einen Pullover nur mit sehr viel dünnerem Garn.

Tja, dann bleibt immer noch zu überlegen, wie man die Weste stricken könnte. Karin hatte mal wieder im Hinterkopf, das es irgendwo für die elektronische Maschine ein Muster gab, das mit 3 Farben pro Reihe gestrickt wurde. Also habe ich gestern abend noch die Musterbücher für die elektronische Strickmaschine durchblättert und bin fündig geworden.

Aber anders als bei meinem vorne und hinten glatt Gestrickten, ist das hier ein anderes Prinzip 
Bei meinem Muster wurde immer nur mit den Nadeln am Hauptbett gemustert, die Nadeln auf dem vorderen Bett haben immer alle Maschen gestrickt. Die nicht gestrickten Maschen auf der Musterseite werden stillgelegt und erst nach dem Farbwechsel gestrickt. Deshalb hat man auf der Rückseite pro gestrickter Reihe auf der Musterseite, 2 gestrickte Reihen auf der Rückseite.
 
Die Maschen auf der Vorderseite wirken lang gezogen gegenüber denen auf der Rückseite. Aber in sich ist das Gestrick ausgeglichen.
Die Musterkarte dazu schaut nicht so leicht durchschaubar aus und ich bin immer noch am auseinanderzählen, WAS die Maschine mit jedem Schlittenzug macht, oder lässt.
Fakt ist, sie wählt für die nächste Reihe, die Maschen vor, die gestrickt und stillgelegt werden. Für die Hinreihe. Zurück muss sie in derselben Farbe, also wählt sie die Maschen vor, die in der gleichen Farbe in der Reihe danach gestrickt werden. Sind diese Maschen gestrickt, wählt sie die Maschen aus, um die Lücken der ersten Reihe mit der zweiten Farbe zu füllen, und für die Rückreihe werden die Lücken der zweiten Reihe gefüllt. Dann geht es von vorne los. Es wird also mit 4 Reihen 2 Reihen gemustert. Normalerweise kann ich in einer Strickschrift, oder einer Lochkarte schon das fertige Muster erkennen. Hier fehlt mir noch das richtige Augenmaß.
Leichter ist es dann doch, den 3 Farben zu folgen. Hier gibt es keine Rückseite und ich kann an der Lochkarte das Strickprinzip erkennen:
 
 
Das Muster rechts ist von dem Muster oben. Schon links am Rand sieht man, dass sich die 3 Farben abwechseln. Es wird immer nur eine Farbe über 2 Reihen gestrickt, die anderen warten, dann die nächste, dann die dritte. Am Ende rutscht alles an die richtge Stelle. Yay, ich spreche strickmaschinisch 😂

Ich habe das auch schonmal beim Handstricken gemacht. Statt mit 2 Farben zugleich erst eine Farbe, dann die andere und die nicht gestrickten Maschen einfach rüberheben. Der Faden läuft dann hinten lose mit. Zweifarbig stricken ist ja im Prinzip nichts anderes, als immer nur eine Farbe stricken und den Faden hinter den Maschen weiterlaufen lassen, bis er wieder gebraucht wird. Beim zweifarbigen strickt man halt alle Maschen und muss sich dafür auch mit 2 Farbfäden abmühen, um immer den richtigen zu erwischen. Der Vorteil ist, wenn die Fäden zu lang werden, weil die einzelnen Farben zu weit auseinander liegen, kann man sie auf der Rückseite mit dem anderen Faden verkreuzen, damit ist die Gefahr gebannt, später beim anziehen daran hängen zu bleiben. 
Beim Maschinenstricken funktionert das nicht, es gibt keinen zweiten Faden. Und wenn, dann verkreuzt die Maschine den nicht mit dem Strickfaden. Aber hier gibt es einen anderen Trick. Ist der der Faden zu lang, kann man ihn ganz leicht mit einer Häkelnadel greifen und über eine Masche hängen, dann wird er in der nächsten Reihe einfach mit abgestrickt und liegt blind hinter der Masche, die eigentlich gestrickt wurde. das geht sehr leicht, weil an der Strickmaschine ist ja sie Rückseite vorne. Noch eine Möglichkeit ist, am Ende auf der Rückseite diese langen Spannfäden einfach wie gefallene Maschen zu schnappen und eine lange Maschenkette nach oben zu stricken, oder zu häkeln. Aber dazu müssen die Spannfäden auch locker genug sein. Ist wohl auch ein bisschen tricky...

Ich werde mich wohl mal näher mit der Geschichte mit den 3 Farben, jede einzeln über 2 Reihen gestrickt, beschäftigen.














Mittwoch, 30. Dezember 2020

schön geworden!

...sind meine Handtücher... 

Es hat ein Stück gedauert, aber gestern habe ich die Kette endlich fertig abgewebt. Der Warenbaum war gut gefüllt und trotzdem denke ich, ein bissel was wäre noch gegangen. 

das rote Garn hat ganz schön geflust und wie ich beim Waschen dann gemerkt habe, auch gefärbt!😮
Für Handtücher, die zum Hände abtrocknen sind, ist mir das im Prinzip egal. Nur die T-Shirts, die mit in der Maschine waren, sind nun am umfärben in blau 😂 Der Schatz macht schon einiges mit, aber ich denke, rosa T-Shirts muss ich ihm nicht zumuten 😆

Eigentlich wollte ich so lang, wie die Kette war in dem Muster weben, wie ich es gefunden habe, aber noch bevor ich angefangen habe, sind mir schon wieder unheimlich viele Ideen gekommen und so habe ich erstmal Muster gemalt!

das habe ich 2x gewebt...

dieses auch, dann habe ich gedacht: warum? Besser öfter wechseln, wird auch nicht so schnell langweilig 😉

spätestens hier habe ich gemerkt, dass es kaum eine Rolle spielt, ob ich braun, oder rot nehme

das habe ich noch probiert...

das habe ich schon weggelassen...

ab hier habe ich mal einen Sprung gemacht, weil braun und rot so dicht beieinander liegen, dass Unterschiede kaum sichtbar sind. In richtigen Kontrastfarben könnte es Sinn ergeben.


hier habe ich weitergemacht

diesen habe ich wieder übersprungen


den habe ich mir auch geschenkt

bevor dieser dran gewesen wäre, hatte ich schon wieder neue Ideen, und noch einiges an Garn auf den Schiffchen, das ich erst alle machen wollte, bevor ich mit einer komplett anderen Farbe rumprobiere.  

den habe ich zwar noch ausgedacht, als ich abwechselnd mit jeder Farbe ein Schuss gewebt habe, habe ihn aber uach nicht gewebt. Das Ende der Kette war in Sicht 😎

das war das letzte Muster, das Tuch ist schmaler (oder kürzer), als die anderen, aber auch dieses Muster gefällt mir 


Dass man mit einer Kette unterschiedliche Muster weben kann, habe ich schon so oft bei anderen gesehen. Findet man auch immer wieder, aber es ist so erstaunlich, was einem mitten im "Erfinden" so einfällt!

Abgenommen vom Rahmen, musste ich es mal in voller Länge sehen:

Viel erkennt man so nicht, macht nichts 😉 Ich sollte die einzelnen Muster vielleicht auch noch fertig fotografieren 😂

Am selben Abend habe ich sie noch auf der Overlock Maschine getrennt und gekettelt, dann in die Waschmaschine im Kochprogramm. Das müssen sie aushalten!
Heute gesäumt und vorher mein neues Spielzeug rund  laufen lassen...
Ich habe mir zu Weihnachten einen Kumicreator geschenkt. Also ein Spilezeug, das Bänder flechtet und nicht nur Kordeln dreht.
Die Kettreste habe ich damit sehr gut aufgearbeitet und gleich Aufhänger für die Handtücher gekurbelt.


die Kettreste waren so um die 50cm. Perfekt, um ein paar Muster auszuprobieren. 

Erst heute habe ich eine Seite gefunden, wo man das virtuell durchspielen kann. Hab ich mir schonmal gespeichert für das nächste Mal. Dieses Mal ging das noch aus dem Bauch heraus...



Was ich nicht so recht verstehe: auch wenn ich alle Fäden auf den Spulen gleich lang messe und aufwickele, sind am Ende unterschiedliche Längen übrig 🤨 
Einmal mehr habe ich heute festgestellt: Abgeschnitten wird erst zum Schluss!
Hier ist es von Vorteil, dass die Enden langsam auslaufen. So gibt es keine dicke Stelle im Saum, das auf  einmal dünner ist, sondern eine, die allmählich dünner wird. Mag ich. Auch, das der Aufhänger so ziemlich weit nach innen verankert/vernäht ist. Der reißt so schnell nicht aus! Und die Aufhänger sind schöne große Schlaufen.
Das Webbild ist hier sehr schön zu erkennen, dass es so dicht ist, wie ich das gerne haben wollte. Auf dem Rahmen sah das nicht so aus und ich wollte schon zweifeln.
Eigentlich 10 Stück sind es geworden, eines lag noch im Wäschetrockner. Ich bin sehr zufrieden!


sehr lustig, meine Spielerei mit der Kordelmaschine hat mir auch für jedes Handtuch einen anderen Aufhänger beschert. 😍
 
Noch einmal alle Muster nach dem Waschen: Das Ursprüngliche gefällt mir immer noch am Besten, aber die anderen gefallen mir auch ganz gut. 





ist vorne und hinten seitenverkehrt



Montag, 16. November 2020

für Petra

Petra habe ich mit meinem kleinen Webrahmen Lust auf Weben gemacht und immer wenn ich was interessantes finde, das man damit machen kann schicke, ich ihr ein Bild und ein paar Erklärungen.  Das heißt aber nicht, dass das nicht auch für andere interessant ist! Ich habe dieses Muster schon ein paar mal gewebt, aber diese Farbkombination und der Effekt haben mich auch überrascht.

Ich weiß grade nicht, wo ich dieses Ursprungsbild gefunden habe, habe es irgendwo rauskopiert 😮

⇒ gefunden: es war eine Anzeige in der Zeitschrift "littlelooms  Holiday 2020". Netterweise ist in dem Artikel gleich der Link angegeben. Also hat mich mein Instinkt nicht getäuscht... es sind Handtücher.

Aber man erkennt auch daran schon, das es ein schönes einfaches Muster ist. Gewebt auf einem Webrahmen mit einem coolen Effekt.

Ich hab mich also hingesetzt und es mal in mein Webprogramm eingetippt. Ist ja eigentlich ganz leicht.

 

Hallo Petra,

ich habe Dir mal ein paar Schritte aufgeschrieben und Bilder dazu gemacht. Ich habe leider kein Lila und Pink und der erste Gedanke bei diesem Muster war: Küchenhandtücher. Also zum Hände abtrocknen, nicht das Geschirr. Die brauche ich tatsächlich sehr oft.

Ich war der Meinung ich habe irgendwo noch eine Box mit dickem bunten Baumwollhäkelgarn für Topflappen, aber in die Hände gefallen ist mir nur eine Box mit weiß und zwei Konen mit dickerem Garn in weinrot und braun. Die Stärke passt in etwa. Es fällt mir immer schwer, Garne zu vergleichen, die zum Weben in Nel, oder NeB oder was-auch-immer angegeben sind, mit Garnen zum Stricken oder Häkeln, wo es einfach nur eine Lauflänge pro Gewicht gibt. Bisher hat es ganz gut geklappt, wenn ich sie optisch verglichen habe, oder beide Fäden zusammen zwischen den Fingern rolle (so dass sie sich nicht verdrehen), da merkt man auch recht gut einen Stärkenunterschied. 

Am Ende werden dies Handtücher und was ich über unterschiedliche Garnstärken in einem Gewebe weiß, ist, dass sie Struktur geben. Also was kann schlimmstenfalls passieren? Meine Handtücher schrumpfen in einer Richtung mehr, als in der andern, dafür werden sie dicker. Für Handtücher wäre das perfekt. Also los.


ich habe also meine 3 Farben zusammengsammelt und den Webrahmen am Tisch befestigt. Gedacht waren ca. 50cm Breite und Höhe, weil viel länger bringt bei mir nix. Beim Original ist lila die Grundfarbe. Da ich genug davon habe, hätte ich rot oder braun nehmen können, aber ich habe weiß gewählt. keine Ahnung, warum.  

Die Kette für den Webrahmen schäre ich immer gleich direkt in den Rahmen mit einem Kettdorn am anderen Ende. Diesmal war es ein langes anderes Ende... ca. 7m, länger ist mein Anbau nicht 😎 Reicht aber auch. Das gibt ein paar Handtücher.

Beim Schären direkt in den Rahmen werden Schlaufen durch die Schlitze gezogen, von denen einer am Ende durch ein Loch daneben muss. Die Farbfolge ist  immer 2 Fäden pro Farbe im Wechsel: 
2 Fäden weiß, (2 Fäden heißt = 1 Schlaufe!) 
*2 Fäden rot,
  2 Fäden weiß,
  2 Fäden rot,
  2 Fäden weiß,
  2 Fäden braun,
  2 Fäden weiß,
  2 Fäden braun,
  2 Fäden weiß*
  diese Farbfolge wiederholen, bis die Breite erreicht ist, dann noch einmal
  2 Fäden rot,
  2 Fäden weiß,
  2 Fäden rot,
  2 Fäden weiß,
damit die Farbaufteilung symmetrisch wird. 

Damit ist der Einzug eigentlich ganz einfach: 
1. Farbe am Peitschenstab anknoten und mit dem Blattstecher durch den 1. Schlitz ziehen. Mein Rahmen ist 60cm breit, also habe ich 5cm leer gelassen. Für das dicke Garn nehme ich ein 40/10er Webblatt. D.h. am Ende sind es 40 Fäden pro 10cm  (oder 4 auf 1cm)
Die Schlaufe  über den Kettdorn legen 
die zweite Farbe anknoten. Hier habe ich mich für rot entschieden... weil ich ein Mädchen bin 😄
auch hier wieder die Schlaufe durch den nächsten Schlitz ziehen. Das weiß bleibt liegen und hängt ein bisschen durch
jetzt kommt wieder weiß. Den durchhängenden Faden vorsichtig stramm ziehen, damit er nicht mehr durchhängt, hinten um den Peitschenstab führen und wieder eine Schlaufe durch den nächsten Schlitz
das Gleiche mit rot
und wieder weiß
jetzt kommt die dritte Farbe dran. Am Peitschenstab schaut es etwas wild aus, aber das stört nicht, solange nicht alles komplett miteinander verdreht wird. Also schön Ordnung halten!

Mein weiß waren irgendwie alles angefangene Knäule und ich habe sie endlich mal aufgearbeitet. Irgendwann habe ich festgestellt, dass ich zweierlei Garne hatte. Eines mit 120m Lauflänge und eines mit 115m, eines hat ein bisschen geglänzt, das andere war eher stumpf. Ich habe grob überschlagen und beschlossen, die Kette mit dem Garn fertig zu machen, mit dem ich angefangen habe und das andere Garn für den Schuss zu verwenden. Meine Webbreite wird also so breit, wie das Garn reicht. 
Einen Joker hatte ich noch im Ärmel: in der Box lag ein angefangenes Strickstück... ähm, das liegt dort seit gefühlt 10 Jahren. Ich fürchte, das werde ich nie beenden, also kann ich es auch aufribbeln und den Mustersatz beenden, wenn die Knäule alle sind.


Ich bin ganz schön weit gekommen, ein Mustersatz mehr hätte es noch sein können. Aber es langt auch so.

komplett aufgewickelt sieht man dann auch endlich die  Farbwechsel

und nach dem Blattstechen auch, das immer ein Faden von jeder Farbe durch das Loch geht, einer durch den Schlitz daneben.

Zum Anbinden habe ich dieses mal etwas anders gemacht. Ich webe keine Schals, brauche also keine Fransen. Bei Kate von Ashford habe ich zum ersten Mal bewusst gesehen, dass es einen anderen Weg zum Kette anbinden gibt, als die Kettfäden in Fransenlänge um den Peitschenstab zu schlingen und zu verknoten. Ich bin sicher, andere machen das auch, nur gesehen habe ich es nicht, oder es ist mir noch nie aufgefallen.


ich nehme eine Anzahl Fäden und mache am Ende einfach einen Knoten rein. Idealerweise sollten die Knoten alle an der gleichen Stelle sein, aber wenn sie es nicht sind, ist auch nichts verloren. Sie sind zu lang geschärt und abgeschnitten. man kann mit dem Rest nichts mehr anfangen, drum kann er auch dranbleiben. Durch diese Knotenenden wird ein stabiler Faden gezogen, der erst am Peitschenstab befestigt wird, dann führt man das andere Ende durch die Fäden hinter dem Koten durch die Kettfäden, wieder um den Peitschenstab und dann durch den nächsten Knoten... Bevor man das andere Ende des Fadens auch wieder am Peitschenstab bedestigt, kann man diesen schön stramm ziehen und alle Kettfadenpaare bekommen die gleiche Spannung. 
Was ich auch sehr cool finde, dass man nicht 3 zentimeterbreite Pappstreifen einlegen muss, damit sich diese Bündellücken schließen, ein dicker Faden, doppelt genommen reicht vollkommen aus!
Ich nehme ihn von einem Wollknäuel, lege ihn doppelt ein, so dass er rechts und links ordentlich rausschaut und schlage das Webblatt vorsichtig an, um gerade zu bleiben und so nah wie möglich an das kürzeste Knotenbündel zu kommen. Das Ganze wiederhole ich noch zweimal und meine Lücken sind nicht weiter offen, als mit den Pappstreifen. Der Faden bleibt dabei am Stück. In dem Video zeigt Kate das sehr schön! Auch wenn man eventuell kein Englisch versteht, sind die Handgriffe ordentlich gezeigt, so dass man auch ohne Ton folgen kann.

Klug geworden aus meinem ersten Handtuchexperiment, nehme ich für den Saum dünneres Garn. Ein 10er Häkelgarn kommt mir da grade recht... upps, schon wieder eine Handarbeitsleiche! Auch die wird wohl nie fertig, also aufribbeln.

Beim Saum dachte ich so an 2-3cm Länge zum umschlagen und vernähen, 10 Schüsse hin und wieder zurück sind ganz in Ordnung und leicht zu merken.

Jetzt wird es noch einmal kniffelig, aber wenn man dann den Dreh raushat, sollte es von ganz allein laufen. Ähnlich wie bei der Kette, fange ich mit einem Schuss hin und zurück in weiß an. (hab ich gar kein Bild gemacht😱 ) Es fängt auf jeden Fall von rechts an.

die zweite Farbe lege ich auf der linken Seite ein. Wenn ich nicht dauernd Fäden abschneiden und wieder einlegen will, führe ich sie seitlich mit. Damit das Gewurschtel nicht nur auf einer Seite ist, verteile ich das auf beide Seiten
wenn der erste Schuss aus dem Gewebe kommt, lege ich ihn zusätzlich noch um den weißen Schussfaden, bevor ich das Schiffchen wieder zurück führe.

jetzt kommt wieder weiß
und auch hier schlinge ich den Schussaden nicht nur um den letzten Kettfaden, sondern auch um den roten
noch einmal weiß, rot und wieder weiß

die dritte Farbe lege ich wieder rechts ein und ab jetzt muss man auf der rechten Seite ein bisschen jonglieren, damit es halbwegs gleichmäßig wird, oder die losen Schlaufen nicht zu groß werden.



Das Muster hat mir auf Anhieb so gut gefallen, dass ich es mal wieder nicht abwarten konnte. So sieht meine Version aus. Ich bin gespannt auf Deine. Für einen Schal aus schönem Garn würde ich natürlich wieder normal anbinden, denn dann hat man die Fransen quasi schon inklusive 😉

Wenn man übrigens die Farben anders anordnet, bekommt man ein komplett anderes Ergebnis... Das Gleiche, wenn man einfach die Sequenz im Schuss ändert.