Christine Ostendorf hat mich nach einem Webblatt in 80/10 für den Webrahmen gefragt.
Alles, was man kaufen kann ist mit 60/10 das Feinste für den Webrahmen.
Für die Nicht-Weber: 80/10 oder 60/10 sagt, wie viele Fäden auf 10cm nebeneinander liegen. Bei 80/10 also 80 Fäden auf 10cm. Sockenwolle webe ich gerne mit 40/10 auf dem Webrahmen, also der Hälfte und es wird dann schön locker.
Beim Weberknecht gab es Versuche mit 80/10, aber das war mir zum Drucken irgendwie nix. Da braucht man ja für 10cm Webbreite auch gleich mal 80 Platten! Und alles ist so hauchdünn, dass es eigentlich gar nicht stabil sein kann. Ich habe es nie ausprobiert.
Aber Christine hat natürlich recht, mein Gehirn hat mal wieder im Gedächtnisarchiv gegraben und eine Erinnerung hoch geholt, die so aussieht, dass die Augen etwas über den Steg in der Breite überstehen. Die Krux ist, dass zwischen den Augen genug Platz sein muss, damit der Faden, der im Schlitz liegt, nicht am Auge hängen bleibt, wenn man das Blatt nach oben, oder unten bewegt.
Die Idee ist, ähnlich wie beim Fächerkamm mit Modulen zu arbeiten, die durch Verbinder zusammengehalten werden, so dass man keinen Holzrahmen braucht. Mit dem Fächerkamm habe ich das auch schon gewebt. Das hat wunderbar funktioniert. Die Module sind allerdings jetzt 10cm breit, die meisten Webrahmen haben Webbreiten in 10cm Abständen. So kann man sich ein Webblatt zusammenschrauben, wie man es braucht und muss nur die entsprechenden unteren Endstücke passend zum Webrahmen anschrauben. RHL und Knitters Loom von Ashford haben da schonmal unterschiedliche Aufnahmen.
Ein erster Test mit 1cm Breite, also 8 Fäden +1, um zu testen, wie das gedruckt aussieht. Ein Fädchen unbekannter Stärke bleibt prompt zwischen den Augen hängen, ist aber eigentlich schon recht dünn.
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| das ist 1cm breit! nicht ganz 3cm hoch |
Also Zeichnung überarbeiten und zum Drucker schicken. Der meckert, weil die gewünschte Düse nicht mit der im Drucker übereinstimmt. Ähm, hab ich doch gewechselt! Nun, man muss dem Drucker auch sagen, dass sie gewechselt wurde. Die Düsen haben nämlich keine automatische Erkennung 😉
Erledigt, gedruckt, wieder ein Mini-Muster. Das sieht schon besser aus, sauberer, feiner. Der Litzenstecher von Ashford passt zwar sauber sowohl durch den Schlitz, als auch durch das Auge, aber wenn ich den Faden durchziehen will, ist es ein bissel zu dick.
Neue Idee: einen Litzenstecher, der dünner ist. Ich dachte, ich hätte mal einen gezeichnet, aber ich kann die Datei nicht finden. Also suche ich auf den üblichen 3D-Druckplattformen und werde bei Thingiverse fündig. Sogar schon in der Stärke, die ich wollte.
Während mein erstes nun fertig gezeichnetes Webblatt immer noch druckt, geht der Litzenstecher auf den anderen Drucker. Am Besten gleich in einer Warnfarbe, damit man weiß, welcher der richtige ist 😉
Ein Modul in voller Größe braucht über 4 Stunden. Die Düse habe ich am kleinen Drucker installiert. Mehr als ein Modul geht da nicht auf einmal auf das Druckbett, denn das hat dort nur 18x18cm Aber in der Zwischenzeit kann ich ja die Verbinder auf dem anderen Drucker drucken. Auch erst wieder ein Test, dann die, die noch fehlen.
Die Schlitze haben nach dem letzten Testdruck nochmal ein upgrade bekommen. Die Abstände zwischen den Stegen und im Auge sind nun gleich.
Das erste Webblatt ist für Christine zum Testen, ich habe grade keine Zeit dafür. Aber alles in Allem habe ich ein gutes Gefühl. Das Modul als solches ist irgendwie sogar stabiler, als eines vom Fächerkamm, obwohl es einen ganzen Millimeter dünner ist. Ich fürchte, ich brauche sowas für mich auch! 😂🙈
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| so sind erstmal 6 Module + Verbinder auf die Reise gegangen |
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| mit dem Pappstreifchen wackelt es endlich nicht mehr. Manchmal sind die einfachsten Lösungen die besten 😉 |
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| auf den ersten Blick kaum zu sehen, aber wenn man das Webblatt im Ganzen anschaut, fällt es doch auf. |
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| es ist wirklich winzig und eigentlich sollte das größere Loch im Modul genau sowas ausgleichen |








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