Freitag, 10. April 2026

Dobby - meine Änderungen


Schon während ich nun an meinem Teststück gewebt habe, habe ich immer wieder an meiner Variante der verschiedenen Teile gearbeitet. Es gab immer noch so ein paar Kleinigkeiten, die ich unpraktisch fand.

Angefangen habe ich mit den Litzen, wie schon im vorigen Beitrag erwähnt. Dass sie auf meinen jetzigen Schäften teilweise sogar schief saßen und sich kaum schieben ließen, fand ich eher nicht cool. 

Also die Löcher an sich schonmal größer und unten ein Langloch zum ausgleichen. In der Zwischenzeit hatte Marlies ein paar Sachen, die auch nicht wirklich für so feine Garne, wie wir sie verwenden, ausgelegt waren. Ihre Erfahrungen habe ich gleich mit übernommen.

Mein erster Gedanke: alles muss mit Texsolv-Schnur funktionieren! Und so habe ich an dem Teil angefangen, das mir am kritischsten schien. Die Heber. Ganz wichtig dabei, dass ganz sicher unten keine Schraube reinkommt. Aber ich wollte ein bisschen mehr Platz beim Schießen, also wurde meine Freimachung und damit der ganze Heber etwas länger und natürlich dicker.

Marlies hatte ja ihren Test mit dem gedruckten und auch schon optimierten Dobby abgeschlossen und beschlossen, mit ihrem Mann einen eigenen Dobby komplett zu bauen, mit 16 Schäften. Sie hatte einen Magic Dobby gefunden und in Schweden noch einen. Der Magic Dobby hat 24 Schäfte. Es gibt noch den Octado. Wie der Name vermuten lässt, hat dieser nur 8 Schäfte und dann gibt es noch den Megado. Der hat bis zu 32 Schäfte. Diese Webstühle sind alle von Louet aus Holland. Es gibt noch die Firma AVL und Leclerc, die mir bekannt sind, die auch was mit Dobby haben. Aber diese sind, soweit ich gesehen habe, nicht mehr per Handhebel zu bedienen. 24 Schäfte in so einem Mustergerät unterzubringen wird eng. 
Für die 8 Schäfte habe ich schon Gummifinger gebraucht, um alles passend einzustellen. Es ist halt alles sehr klein. Fraens hat sich also für eine Mischung aus Magic Dobby und Octado entschieden.
Marlies´ Mann hat für Ihre Version auch damit angefangen, einen Heber zu konstruieren, die nicht so kompiziert sind, wie die von Louet und trotzdem druckbar. Ich habe sie mir angeschaut, habe die Größe übernommen, den Rest aber wieder wie Fraens gemacht. Mein erster Test war noch der Mix aus beiden.
Hier ist der Heber noch so gerade, wie bei Marlies. Erst im Vergleich ist mir der leichte Knick aufgefallen, den der Fraens hat. 

Aber mit dem Testdruck wollte ich auch erstmal nur sehen, wie dick mein Heber werden muss, damit die Texsolv Schnur da durch passt. 9mm scheinen auszureichen.
Dann wollte ich auf jeden Fall an der Aufhängung wieder Trennscheiben zwischen den Hebern, um auf genug Platz zu haben, dass die Pins wirklich nur den Heber bewegen, der ausgewählt werden soll. Und ich wollte ein gerades Maß. Damit kamen normale Unterlegscheiben nicht mehr infrage. Also habe ich mir Scheiben mit 1mm Stärke gedruckt und komme so auf eine Breite von 10mm zwischen den Pins.
Weil ich ja immer noch am Testweben war, habe ich mir Teile vorgenommen, die ich auch anpassen wollte und habe mich von den Hebern aus voran gearbeitet.
Die Rollen kamen als nächstes. Bei dem Handhebelwebstuhl liefen die Schnüre noch durch feste Löcher. Beim Dobby waren hier dann Rollen drin. Oben welche für die vorgesehene 2mm Schnur, unten kleinere, wo ein Gummiband die Schäfte wieder nach unten zieht, denn sie sind nicht schwer genug um von allein wieder nach unten zu fallen. An meinem großen Webstuhl muss ich da auch schonmal mit der Hand nachhelfen und die Schäfte wieder nach unten drücken. Die Gummischnur ist also schon gut.
links die kleine Rolle für den Schaftrückzugsgummi, in der Mitte die Rolle, um die Verschnürung umzulenken und rechts meine neue Rolle, die genug Platz für die Texsolvschnur hat.

Ja, ich hätte die unteren Rollen für die Gummis so lassen können, aber ich habe sie für die Verschnürung oben in der Breite so angepasst, dass sie mit einer normalen Unterlegscheibe auf die gleichen 10mm Abstand kommen, wie die Heber. Und, weil ich es gerne überall gleich mag, habe ich auch überall die gleichen Rollen eingeplant. Muss ich weniger rechnen 😉

In der Zwischenzeit hat mir Marlis Bilder von ihrem Sexton gezeigt, den Sechzehnender, ähm -schäfter. Und ein Bild ist mir sofort ins Auge gestochen: Die Seitenteile für die Schäfte waren an allen Außenkanten glatt. Die Schrauben für die Aufhängung innen. Da hatte ich auch so meinen Kampf beim Fraens. Die vorgesehenen Zylinderkopfschrauben bauen recht hoch, entweder habe ich mich bei meiner Verbreiterung verrechnet, oder beim Abmessen und Sägen der Stäbe vertan. Es war auf jeden Fall sehr eng und es hat gehakt. Beim Heben, beim Senken und aneinander auch irgendwie. Ich habe dann noch vor dem Weben zwischen die Seitenteile und die Auflage Unterlegscheiben gesteckt, weshalb sie dann nicht mehr perfekt ineinander gegriffen haben und beim Einbau in den Schweden ist mir sogar eines der Seitenteile gebrochen. Das Gestell war aber trotzdem immer noch stabil, also habe ich das ignoriert. Die Unterlegscheiben haben mir ein bisschen Platz geschaffen, aber immer noch nicht genug, also habe ich mitten beim Weben, die Zylinderkopfschrauben gegen Linsenschrauben ausgetauscht. Hier ist der Kopf deutlich flacher und ab da ging das Weben dann deutlich besser.

Trotzdem stand für mich fest: keine Schrauben außen! Auf dem ersten Bild oben sieht man schon, dass ich das auch gleich übernommen habe. Der Abstand unten ist etwas größer, weil ja meine Litze das Langloch hat. Ich will auf keinen Fall irgendeine versteckte Verbindung, für die ich den halben Rahmen auseinander nehmen muss, wenn ich was ändern oder einstellen muss.

Schon vor dem ersten Webversuch hatte ich die Rolle, die die Musterleisten in die richtige Position dreht für mich geändert. Ich komme mit diesen eingeschmolzenen Gewindeeinsätzen überhaupt nicht zurecht. Also habe ich da schon dran rumgebastelt und einen Schlitz so eingearbeitet, dass eine M4 Mutter so hineingeschoben werden kann, dass sie sich nicht verdrehen kann. Man schiebt sie einfach nach dem Drucken ein und hat ein stabiles Gewinde. Die Mutter hat dabei genug Luft, damit man sie ggf. noch ein bisschen ausrichten kann. 
 
Das hat super funktioniert und ich konnte die Schraube fest genug anziehen, dass sich die Rolle nicht mitdreht, sondern brav transportiert hat. Am Ende hätte es aber wahrscheinlich gereicht, wenn man ein Loch in die Achse gebohrt hätte, damit die Schraube dort um ein paar Millimeter versinkt und so als Mitnehmer funktioniert

Mein Webtest ging zum Ende hin doch recht flüssig, aber so recht zufrieden war ich nicht mit dem ganzen Aufbau. Es hat einiges durch den Umbau schon recht amateurhaft ausgesehen und die bunten Farben, die mir anfangs geholfen haben, mich zurecht zu finden, fand ich auf einmal ein bisschen schrill.
Um neue oder geänderte Teile zu testen, habe ich auf Filament zurückgegriffen, das mal ein Fehlkauf war, oder auch schon länger liegt. Am Ende musste ich einige Teile noch einmal drucken, weil es noch nicht ganz stimmig war.
Als Farbkombination habe ich mich für grau und blau entschieden, mit ein paar schwarzen Tupfern und ein bisschen weiß, wo es optisch gepasst hat.
Nachdem ich den Webstuhl wieder auseinander genommen hatte, musste ich mir was anderes einfallen lassen. Das zusammengesetzte Gestell hat zwar funktioniert, aber am Ende waren es mir auch ein bisschen zu viele Teile. 

Also neue Idee: ich reiße alles auseinander und teile es in einzelne Komponenten. Setze diese dann auf einen Holzrahmen und kann alles in der Breite anpassen, wie ich das möchte. 
Gedacht - getan. Bei dem Rahmen habe ich mich etwas besser angestellt, als bei den ersten. Zumal ich die Enden jeweils nur auf einer Seite eine Stufe verpasst habe. Mein Maß für den Platz, den die neuen  8 Schäfte benötigen hatte ich. Daran musste ich nun meine restlichen Tele anpassen.
Fast alle Teile von dem Fraens Rahmen kamen mir hier zu Hilfe!
Mein nächstes Teil war die Umlenkung der Texsolv Schnüre. Platz brauchte ich für 8 Rollen und 9 Unterlegscheiben. Was mir nur bedingt zugesagt hat, waren die Alurohre. Sie sind super, meine Rollen laufen sauber darauf. Aber einmal mehr macht sich die Baumarktware bemerkbar. Also kommt in jedes Röhrchen eine Gewindestange M4, die von außen mit Hutmuttern verschlossen wird. Mein Holzrahmen ist an dieses Teil angepasst und auch der Gegenpart, der die Halter für die Kette hält. Ich glaube, dass ist das einzige Teil, dass ich nicht geändert und neu gedruckt habe 😮
Die unteren Rollenhalter waren dann wieder schnell gemacht, ich brauchte ja nur alles wegzunehmen, das mir im Weg war. Dafür sind sie auf beiden Seiten gleich. 
die neuen Rollen mit Unterlegscheiben dazwischen. So viel mehr Platz habe ich. Theoretisch, denn die Teile sind ja dicker und damit ist der Abstand zwischen den Schäften und Hebern nur geringfügig mehr als vorher. Aber die Rollen sind breit genug für Texsolv Schnur

Beim ersten Testweben kam mir auch ein Bild von einer Reibbremse vor die Nase und nach einigem Stöbern bin ich in Canada auf ein Nachrüstkit gestoßen. Reichlich teuer für so ein paar Teile und vor allem weit genug weg, um nicht in Versuchung zu geraten, es doch zu bestellen.
selbst zeichnen ist angesagt und zwar so, dass es auf meinen Kettbaum passt.
 
 
schon getestet und für gut befunden. Das Lösen dürfte gerne noch etwas weniger ruckartig gehen, vielleicht schaffe ich das noch

Mein Aufsatzrahmen war eigentlich richtig stabil. Ich habe trotzdem sicherheitshalber auf der anderen Seite noch ein paar Stützen darunter gebaut. Sieht am Ende auch schöner aus. 😉

Und dann kam die Königsdisziplin, der Dobby-Aufsatz. Theoretisch hätte ich den Originalroller nehmen können, aber da ich durch die breiteren Heber mehr Platz habe und die ersten Pins doch recht kurz, habe ich mich auch für größere Pins entschieden, die ich nun ohne Werkzeug stecken kann. Die Dobby Pins sind gar nicht mal schlecht, aber beim Nachdrucken und Einsetzen sind mir dort die Nasen der Reihe nach weggebrochen. Am Ende wurde es eine Mischung aus dem Original und dem Kopf vom Louet. Auch die hätten schon in die originale Rolle gepasst.

Nach meinem Webtest habe ich das Dobbygestell noch weiter auseinander genommen  und nur den Turm betrachtet. Ein paar von den alten Hebern rausgenommen und meine neuen eingehängt und dann mit den neuen Pins getestet.

Es schien alles zu funktionieren. Trotzdem wollte ich nicht gleich losdrucken. Ein Modell aus Sperrholz schien eine gute Idee. 
Hier wollte ich noch den Turm aus Holz machen, wie Marlies´ Mann, aber mein Geschick in der Holzbearbeitung ist seit dem letzten Versuch nicht besser geworden und so habe ich den Gedanken schon gleich wieder verworfen.
Für den neuen Test habe ich dann schon meine Schäfte montiert, allerdings nur, um zu schauen, ob der Gedanke mit außen rundum glatt passt. Zum Anbinden habe ich auch die alte Verschnürung genommen. Ich mag es so gar nicht, Fäden zu zerschneiden, egal welche.
der Testturm war nicht, um damit zu arbeiten, sondern nur, um zu sehen, ob meine Maße passen und ob ich in der Größe soweit gehen konnte, die mein Drucker schafft. Nämlich maximal 25cm 
Die Heber haben noch Luft, weil das Sperrholz ja dünner ist, als mein Turm am Ende. Aber wenn ich sie zusammenschiebe, sehe ich, dass jeder Pin auch wirklich nur einen Heber bewegt. Wie der Abstand der Rolle mit den längeren Pins sein muss, damit sie auch genau treffen und nicht etwa zu wenig, oder gar zu viel verschieben, konnte ich am Computer nur grob ausknobeln und runden. Aber auch das hat soweit alles gepasst.
Drehknöpfe auf runder Achse wollte ich nicht. Im Baumarkt habe ein Vierkantprofil mit 7,5mm Seitenlänge gefunden. Das 10mm von unserem Weberknecht war etwas zu dick für meine erste Version, wieder mit einer eingelegten Mutter zu arbeiten.

Ein weiteres Mal habe ich mir den Drehknopf angepasst und eine der 4 Seiten des Aluprofils parallel zu einer der 5 Seiten des Drehknopfes ausgerichtet. Ein Loch in der Alustange ist für eine Madenschraube, um den Knopf am rausrutschen zu hindern. Das Loch ist auch nicht komplett durchgängig, so dass die Schraube innen im 4kant anstößt und handfest angezogen ausreicht. 
nachdem auch am Endstück eine Schraube das Teil in der Position hält, habe ich festgestellt, dass ich in der Transportrolle gar keine brauche, also kein Schlitz für eine Mutter und schon gar kein eingeschmolzener Gewindeeinsatz 😮Die kann ja nun nirgendwo mehr hin und lässt sich damit leichter montieren.

Das Sperrholzteil hat seinen Zweck erfüllt, die Heber werden hoch genug gehoben, und die Rolle ist im richtigen Abstand zu den Hebern, damit sie gewählt werden.
Dann kann ich ja ans Drucken gehen.
Das schwarz war mal wieder ein "Rest", der weg musste. So recht kann ich mit der Farbe nix anfangen.
Zuerst das Vorder- & Rückteil. Alles passt und sitzt, wo es soll. Nur ist bei den Hebern und den Rollen noch ein bisschen Luft. Für den ersten Zusammenbau habe ich deshalb den Platz mit den kleinen Rollen und Scheiben überbrückt. Um meine späteren Achsen zu simulieren, habe ich wieder lange Fensterdübelschrauben genommen. Die haben das Gewinde nur am Ende.
Den Platz oben habe ich im Deckel mit eingearbeitet. Die Schrauben für die Befestigung sind noch zu lang und bei der letzten Version sind die Muttern auch versenkt. Damit die Improvisations-Schrauben an ihrem Platz bleiben, habe ich sie mal eben mit Klebeband fixiert. Muss ja nicht für die Ewigkeit halten. 🤷‍♀️
der Hebel hat noch ein bisschen zu viel Luft nach oben, aber vor dem Umarbeiten konnte ich ihn nicht höher heben, weil im Hinterteil nicht genug Platz war. Ich musste sowieso noch den Platz unten an den Rollenachsen ausfüllen, das habe ich dann gleich mit erledigt. Jetzt geht der Hebel noch höher in der Grundstellung und hebt damit meine Heber und damit die Schäfte gleich mal um einen Zentimeter mehr.

Die Schäfte waren nur fix eingehängt, aber weil die Stäbe gut Platz haben, haben sie sich, ohne Spannung natürlich selbständig gemacht. Zeit, das fertig zu montieren.

Die Schäfte sind auch jetzt noch leicht, zu leicht, um von alleine wieder nach unten zu fallen, wo sie sitzen sollen, wenn sie nicht gehoben werden. Also Schritt 1: Gummiband ausmessen, das von Seitenteil zu Seitenteil über die Rollen läuft. Dafür habe ich das vom letzten Mal genommen und es passt. Hat sich ja auch eigentlich nichts verändert. 
Schritt 2: Zwei weitere Gummibänder, um die Seitenteile zusammen zu halten.
Schritt 3: das Rückzugsgummiband auf einer Seite befestigen, nach unten um die Rolle, auf die andere Seite und wieder um die Rolle nach oben fädeln, damit ich es dort am Rahmen anschrauben kann. Sehr hilfreich, damit ich keine Knoten machen muss, waren mir heimlich vom Schatzi geborgte Kabelösen (oder wie die Dinger heißen) Eigentlich für Elektrokabel, aber dafür gehen sie auch super 😂 Die für die Spanngummis habe ich um 90° geknickt und die anderen gerade gelassen.
Schritt 4: einmal ausmessen, wie lang die Verschnürung oben sein muss und dann auch diese, genau wie die Rückzugsgummies einfädeln. Also oben am Seitenteil anschrauben, jetzt nach oben um die Rolle legen, komplett auf die andere Seite und dort wieder um die Rolle nach unten und am anderen Seitenteil anschrauben. Die Befestigung an den Hebern kommt erst später und das hat sich als sehr einfach zu handhaben erwiesen.
Der Schaft sitzt nun sauber in seinen Rollen. Damit ich nicht noch einmal durch alle durchgreifen muss, kommen jetzt schon die Litzen auf die Schäfte. Ganz einfach erst den oberen Stab aus dem Seitenteil ziehen, Litzen mit dem runden Loch oben auffädeln und den Stab wieder ins Seitenteil stecken. Jetzt den unteren Stab aus dem Seitenteil ziehen und nun die Litzen mit dem Langloch auf den Stab fädeln. Stab wieder ins Seitenteil und fertig.
ich hatte in der Mitte angefangen und habe mich erst nach vorn Schaft für Schaft vorgearbeitet, dann den Webstuhl umgedreht und das Ganze in die andere Richtung. 

Als Letztes jetzt mit einer Häkelnadel im Turm zwischen den Rollen hindurch die Schnur nach oben ziehen, die Schlaufe mit dem Finger festhalten und mit der Häkelnadel nun durch das Loch im Heber gehen und die Schlaufe da durchziehen. Dort erstmal mit einem Texsolv Stecker sichern
 
Die Stecker haben sich als zu breit erwiesen, die Maschenmarker vom ersten Test wollte ich aber auch nicht wieder nehmen, also habe ich sie später gegen kleine Metallkarabinerhaken ausgetauscht
stabil genug, dass ich daran ziehen kann, wenn ich später gegebenenfalls die Schäfte nachjustieren muss. Und genau dafür ist auch die Texsolv Schnur. 


Und auf einmal war alles fertig! 😮 Ich war selber ganz erstaunt, dass dann alles Schlag auf Schlag ging. Fertig zum Weben. Auch die Musterkette ist gesteckt und aufgezogen. Weil sie zu lang und zu leicht ist, um sauber zu laufen, habe ich ein altes Bleigewicht aus unserer Taucherausrüstung gemopst, mit Klebeband zu einer Rolle gewickelt und eingelegt. Sitzt perfekt.

Was mir richtig gut gefällt ist, dass es keine geschlossenen Seiten gibt. Alles ist offen durch die 2x2cm Holzleisten. Ich habe am Rahmen mit mehr Einschränkungen und Umarbeiten gerechnet, damit meine Schäfte sich nicht selbständig machen, aber alles läuft super und bleibt, wo es ist. Ich vermute mal, die Gummischnüre werden sich mit der Zeit verabschieden, aber die sind nicht so teuer, dass man sie nicht einfach ersetzen kann. Und wer weiß, vielleicht gibts bis dahin eine andere Lösung.

Uff, dass das so lang und viel wird, war jetzt eigentlich nicht der Plan. Aber hier ist ein gute Punkt für einen Zwischenstop.

Sonntag, 22. März 2026

Dobby - der Test

Mein Dobby lag ein halbes Jahr auf Eis. Ich bin immer wieder daran vorbeigelaufen, mit dem Entschluss, heute geht es weiter. Aber so recht kam ich nicht in die Gänge. Alles, warum es liegen geblieben ist, war immer noch da und mir wollte keine Lösung einfallen.

Inzwischen hatte Marlies ein paar reelle Mängel aufgetan. Reell insofern, dass sie eben kein dickes Garn verwendet hat, sondern dünneres und die Fäden doppelt durch das Webblatt gezogen hat. Damit hat man bei einem Blatt mit 40/10er Teilung die Möglichkeit, 80 Fäden auf 10cm einzuziehen.

Marlies wohnt im Sommer in Schweden und im Winter in Deutschland. In Schweden gibt es Loppis, bei uns würde man sagen Trödelladen, oder Trödelmarkt. Als ich 2019 in Schweden war, haben wir auch einen besucht und ich muss sagen, es wird dort wirklich ALLES angeboten. Und alles ist auch noch nutzbar und sieht aus, als ob es letzte Woche noch in Gebrauch war. Marlies findet dort immer wieder Schätze, die man hier entweder nicht bekommt, oder sehr teuer bezahlen muss. Ich bin auch nicht ohne Beute nach Hause gegangen. 

Vor einigen Jahren hat sie mir einen Therapiewebstuhl mitgebracht, den ich zuerst so benutzt habe, wie er war, dann habe ich dran rumgebastelt und versucht, ihn mit 8 Schäften und Handhebeln auszustatten... mit meinen damaligen Möglichkeiten.

Meine Kreativpause war vorbei, als ich um Weihnachten rum ein tolles Webmuster entdeckt habe, dass man zwar kaufen muss, aber das ist immer noch günstiger, als die fertigen Handtücher aus USA zu importieren. Von daher finde ich es toll, das Jen ihre Muster auch zum selbermachen anbietet. Den Link dazu gibt es am Ende.

Und auf einmal hat es Klick gemacht. Der ganze Unterbau war mir auf einmal zu fragil, ich brauche was handfestes. Auch Marlies hatte inzwischen einiges an ihrem Dobby geändert, das in meine Gedanken mit eingeflossen ist. Und dann habe ich gesehen, dass man den ganzen Aufbau, ob für Handhebel, oder Dobby, einfach komplett aus dem Untergestell herausnehmen kann. Inklusive der schon eingerichteten Schäfte! 😮

Und dann kam der Blitz. Warum nicht nur diesen Aufbau auf ein bestehendes Gestell setzen? Zufällig fiel mir mein 40er Ashford Webrahmen vor die Füße und ich habe den Aufsatz draufgesetzt. Um ein paar Millimeter zu breit! Und nochmal an der Breite rumzubasteln hatte ich keine Lust. Den Ashford zu verändern kam gleich gar nicht mal infrage. Den brauche ich noch so, wie er ist! Er hat auch keinen Brustbaum, bei dem meine Kette und mein Stoff immer auf der gleichen Höhe bleiben würden. Mein Fach beim Weben würde sich also ständig ändern, je nachdem, ob ich die Kette hinten verringere und den Stoff vorne aufwickle. 
Aber da war ja noch der kleine Schwede. 🤔
der war ja schon bestückt mit 8 Schäften und das hat auch recht gut funktioniert
den Aufsatz dort draufgesetzt und festgestellt, er schließt fast bündig mit dem Rahmen außen ab 😮

Da hätten wir es doch! Ein stabiler Rahmen und ein Dobby-Aufsatz.
Jetzt war der Bastlerfunke wieder da. 
Den Aufsatz wollte ich erstmal so lassen, der war in sich stabil und vor allem schon fertig montiert.
Also muss ich den Rahmen ändern. Wie bei meinem Gedanken, den Fraens Rahmen zu verbreitern, habe ich auch hier geschaut, was ist zu schmal? 
Nun, hier ist es ein rechteckiger Rahmen, der vorne und hinten die Seitenteile zusammenhält. Der Kett- & und der Warenbaum sind dicke Rollen, die einfach nur mit Bolzen in den Seitenteilen liegen. Auf einer Seite mit einem Handgriff und Sperrrad. Der dicke Durchmesser verhindert, dass sie sich seitlich verschieben können.
Als erstes habe ich das alte Webstück herunter geschnitten. Sowas mache ich äußerst ungern, aber es hatte sich ein Einzugsfehler eingeschlichen, den ich nach einer Webpause nicht mehr gefunden habe und so stand der Rahmen seitdem. Da ich aber nun ganz sicher keinen Nerv mehr hatte, den Fehler zu suchen, zu finden und das Gewebe zu beenden, habe ich es abgeschnitten. Lustig dabei, das Muster war in der Art, wie ich sie nun gerade auf dem Webstuhl habe.

Für den ersten Schritt musste ich nur den Rahmen, also die beiden Rechteckrahmen vorne und hinten und davon eigentlich nur die Querleisten soweit verlängern, dass der Dobby Aufsatz zwischen die Seitenteile passt.
Nicht viel, aber offensichtlich auch gar nicht so einfach, in das 20x20 Vierkantholz eine Nut reinzufräsen, oder außen einen Absatz. 🙈
 
Mehr schlecht als recht, der Holzleim hälts zusammen.

2 Rahmen gebastelt und merke, der Rahmen ist hinten höher, als vorne 😮 Einer meiner Rahmen ist damit zu hoch, weil ich den hinteren gemessen hatte. Nochmal wollte ich diese Arbeit aber nicht machen, also habe ich umdisponiert und doch den 3D Drucker zum Einsatz gebracht. 

Ich wollte am Rahmen  so wenig wie möglich rumbohren und habe als erstes versucht, den Dobby-Aufsatz so zwischen die Orignalholme zu setzen, dass ich das vorhandene Loch oben nutzen kann.
 
Dafür habe ich die vordere Originalgewindestange wieder rausgenommen und durch eine längere ersetzt. 
Hier ist der Rahmen zwar schon bespannt, aber am Besten zu sehen, dass ich unterhalb der großen Bohrung noch zwei weitere zum fixieren des Gestells gesetzt habe, die ich von da abgenommen habe.

Hier erst sehe ich, dass mein Gestell gar nicht richtig senkrecht sitzt, weil ich die neuen Löcher mittig in den Holm gesetzt habe (ich habe es zumindest versucht). Für meinen Testweb habe ich davon allerdings nichts gemerkt.

Der Einsatz sitzt und ich habe schon im Originaluntergestell festgestellt, dass beim Heben der Schäfte ziemlich viel hakelt. Wahrscheinlich wieder, weil ich auch bei der Verschnürung eine Schnur verwendet habe, die nicht der Anleitung entspricht. Aber die 2mm Schnur, die angegeben war, kam mir einfach zu dick vor, um gut über die kleinen Rollen zu laufen. Und selbst mit dieser etwas dünneren, war es eine ganz schöne Fummelei sie zu verschnüren und zu fixieren.
 
Was das Einstellen/Justieren der Schäfte zusätzlich erschwert, ist diese Schraube, die unten in den Hebern steckt. Die Schnur wird als Schlaufe von der Seite mit der Rille durch das Loch gezogen und mit der Schraube fest gezogen. Das Problem dabei ist, wenn alles verschnürt ist, kommt man an diese Schraube so einfach nicht mehr dran, um sie zu lösen, die Schnur auszurichten und die Schraube wieder fest zu ziehen. Ein Gedanke, das zu verhindern war, die Schnur einfach grade durch zu ziehen, aber Marlies meint, dann würde der Heber nicht weit genug weg von der Mitte gezogen werden, damit die Pins sie dann nach vorn schieben können. Ich denke, wenn man hier an den Maßen dreht, könnte es gehen. Für den Test habe ich es aber so doch nicht gemacht. Ich brauchte ein Gefühl für die Funktion und das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten.
Was ich allerdings gemacht habe, ist, ich habe einen Anker in die Schlaufe hinter den Heber gepackt. In diesem Fall waren es einfache Maschenmarker vom Stricken. Einmal, damit mir die Schlaufe beim möglichen Lösen nicht einfach rausflutscht, und dann, damit ich beim Nachstellen daran ziehen kann, halten und Schraube möglichst schnell wieder festziehen.
An diesem Punkt stand für mich schon fest: nicht wenn, sondern dass ich das umbaue. Ausgelegt für Texsolv Ösenschnur. Also müssen meine Heber breiter werden, damit das Loch darin für eine Schlaufe ausreicht. Dazu gehört dann, dass auch meine Rollen groß genug sein müssen, damit sie mit dieser Schnur zurecht kommen können. 
Meine Schäfte saßen nun endlich alle gerade und auch gleich hoch. Test im Leerlauf: alles schick.

Fehlt eigentlich nicht mehr viel, Kett- & Warenbaum. Hatte ich schon vorbereitet. Die alten richtig dicken waren nun zu kurz, ich hatte ja den Rahmen verbreitert. Also habe ich aus Rundholz mit 3cm Durchmesser 2 neue in passender Länge gesägt. Die Verzahnung und der Sperrzahn sahen beim Fraens nicht nur winzig aus, Marlies hat auch festgestellt, dass das nur bedingt taugt. Also habe ich an einer Stirnseite einen Gewindeeinsatz reingesetzt, so dass ich mit einer Schraube im Griff, die dort eingeklebt ist und fest angezogen wird, verhindern will, dass sich die Spannung löst. Nun, das hat überhaupt nicht funktioniert. Zum Kette schären ging es noch. Aber als ich sie dann gespannt habe, hat es nicht gehalten. Beim Drehen ist die Verbindung immer wieder locker geworden und die Kette war nicht stramm. 

Also alles wieder aufmachen und erstmal den den Warenbaum ausbauen. Und dann habe ich mir die Originalvariante der Bäume angeschaut.
 
es steckt ein runder Bolzen in dem Holzstab, der am Ende einen Zweiflach hat. In dem Teil, der im Holz steckt, sind 2 Löcher. In einem davon steckt ein Splint. So kann sich der Bolzen im Holz nicht verdrehen. Damit sich das Zahnrad nicht verdreht, ist dort die Form des Zweiflach eingearbeitet.

Zum nachmachen ist das eher nix und gibts auch nicht einfach im Baumarkt zu kaufen. Für einen späteren Bedarf muss ich nochmal intensiv auf die Suche gehen!
Für jetzt habe ich die Bolzen aus den original Bäumen entfernt, den Gewindeeinsatz rausgeschraubt, das Loch passend aufgebohrt und ein zusätzliches Querloch gebohrt. 
Beim ersten Bolzen habe ich mich gefreut, weil da sogar ein Gewinde drin war und ich den Bolzen mit einer Schraube sichern konnte. Bei dem zweiten hat mich das etwas Mühe gekostet. Die Schraube wollte da so gar nicht passen, bis ich gemerkt habe, dass im zweiten Bolzen gar kein Gewinde drin war. 🙈
Hab es nachträglich reingeschnitten, weil ich das Querloch im Baum auch schon für eine Schraube vorbereitet habe.
Jetzt kann ich auch die alten Handräder wieder benutzen und die Sperrhaken, die sich nicht entfernen lassen. Zumindest nicht so einfach. Sie sind genietet. 

Damit ich den zweiten Baum auch mit einem alten Bolzen ausrüsten kann, habe ich meine Kette wieder vorne angebunden und einmal vom Kettbaum auf den Warenbaum gewickelt. Dieser war damit leer und ließ sich ausbauen und umrüsten. Danach die Kette wieder zurück auf den Kettbaum. die ganze Zeit hatte ich noch den Reedkamm auf dem hinteren Brustbaum und zwei Stäbe zum Spannung halten davor, weil mir beim Schären die ersten Fäden ohne Gangkreuz etwas durcheinander gekommen sind. So konnte ich sie gleich richtig sortieren. 

Aber nun kann ich endlich weben! Oder? 
Solange die Anbindung noch nicht um die Kurve ist, muss ich immer sehr genau aufpassen. Trotzdem haben sich einige Webfehler eingeschlichen und ich bin auf die Suche gegangen.

Mein Fach ist nicht sehr groß und dann ist mir wieder eingefallen, dass mein hinterer Brustbaum höher, als der vordere ist. Also habe ich hier noch einmal den Rahmen abgeschraubt, die kurzen Holme, die ich vorne habe, hinten auch eingebaut. Nun ist alles auf einer Höhe.

Trotzdem blieben Webfehler. Zu oft wurde ein Faden immer wieder gehoben. Aber ich war damit beschäftigt, mich auf den Ablauf zu konzentrieren. Also weitersuchen.
 
Es war mir schon beim Zusammenbauen aufgefallen, dass die Heber mehr Luft haben, als die verschiedenen Röllchen und hier lag der Hase im Pfeffer. Marlies hatte es auch schon bemerkt und passende Scheiben gedruckt. Ich habe normale Unterlegscheiben genommen. Allerdings sind die etwas dick und so kann ich nicht eine zwischen alle Heber setzen. Ich habe es ein bissel ausgemittelt, wo eine hin muss, so dass die Bolzen immer nur einen Heber bewegen.

Und schwupps kam das Nächste: das Handrad hat sich auf der Achse gedreht, weil es gar nicht fest genug angezogen werden konnte. Das mag auch wieder an meinem Baumarktmaterial liegen. Aber trotz eingearbeitetem Keil ist das Rad gerutscht. Es muss eine verdrehsichere Variante her. 
Ich habe etwas längere Muttern mit Außensechskant, das müsste doch gehen!
Das Handrad hatte ich schnell angepasst. Gedacht war, diese lange Mutter durch meine bewährte eingelegte Mutter mit einer Madenschraube zu fixieren und mit einer zweiten Mutter zu kontern, damit sie sich nicht losdrehen kann. Immerhin drehe ich das Rad ja linksrum zum weiterdrehen.
In der Rolle hatte ich ja schon so einen Schlitz drin, um die Mutter dort reinzustecken und auch sie am Verdrehen zu hindern. Das Ganze saß auf einer langen Schraube aus einem Fensterdübel, der von der Hinterseite durchgesteckt wurde. Weil sie ein bisschen zu lang war, kam noch eine Unterlegscheibe dazwischen.
Die Kontermutter hat etwas aufgebaut und damit war meine Feder nun etwas zu kurz (das jetzt schwarze Ding, bei dem der Fünfkant vom Handrad beim Drehen einrastet). Das Handrad saß ja nun weiter weg von meinem Aufsatz. Also habe ich ihn noch einmal gedruckt und im Slicer nur auf die doppelte Höhe gezogen.
Das hat soweit ganz gut funktioniert, nur hat die Madenschraube im Griff nicht so gut gegriffen, wie gehofft. Der Griff ist ein bisschen gerutscht, konnte aber beim Weben leicht wieder rangeschoben werden. Vielleicht, wenn ich noch ein Loch reingebohrt hätte... Aber es war ja eh erstmal nur eine praktikable Lösung.

Und endlich ist es geflutscht! Das Muster war fehlerfrei und das Weben ging wie am Schnürchen. Eine etwas schwere Geburt, aber ich habe richtig viel gelernt und einiges Verbesserungspotential entdeckt 😉

Etwas musste ich noch ausprobieren, dass mir schon länger durch den Kopf ging: Immer, wenn man die Kette weiterdreht und sie über einen Brustbaum läuft, verschieben sich die Fäden etwas. Nicht sehr und es gleicht sich beim Waschen fast immer wieder aus. Aber ich wollte es einfach mal testen. Einen drehbaren Brustbaum. Ich habe dafür eine Holzdübelstange mit 2cm Durchmesser genommen, in der Hoffnung, dass sie den gewebten Stoff gut transportiert. Und das funktioniert richtig gut! Ich freu mich.

Aber die Arbeit geht nun erst los. Jetzt will ich es richtig anpassen! 

Das Muster kann man bei Jennifer kaufen. Ich habe es für meine Webbreite etwas angepasst.