Schon während ich nun an meinem Teststück gewebt habe, habe ich immer wieder an meiner Variante der verschiedenen Teile gearbeitet. Es gab immer noch so ein paar Kleinigkeiten, die ich unpraktisch fand.
Angefangen habe ich mit den Litzen, wie schon im vorigen Beitrag erwähnt. Dass sie auf meinen jetzigen Schäften teilweise sogar schief saßen und sich kaum schieben ließen, fand ich eher nicht cool.
Also die Löcher an sich schonmal größer und unten ein Langloch zum ausgleichen. In der Zwischenzeit hatte Marlies ein paar Sachen, die auch nicht wirklich für so feine Garne, wie wir sie verwenden, ausgelegt waren. Ihre Erfahrungen habe ich gleich mit übernommen.Mein erster Gedanke: alles muss mit Texsolv-Schnur funktionieren! Und so habe ich an dem Teil angefangen, das mir am kritischsten schien. Die Heber. Ganz wichtig dabei, dass ganz sicher unten keine Schraube reinkommt. Aber ich wollte ein bisschen mehr Platz beim Schießen, also wurde meine Freimachung und damit der ganze Heber etwas länger und natürlich dicker.
Marlies hatte ja ihren Test mit dem gedruckten und auch schon optimierten Dobby abgeschlossen und beschlossen, mit ihrem Mann einen eigenen Dobby komplett zu bauen, mit 16 Schäften. Sie hatte einen Magic Dobby gefunden und in Schweden noch einen. Der Magic Dobby hat 24 Schäfte. Es gibt noch den Octado. Wie der Name vermuten lässt, hat dieser nur 8 Schäfte und dann gibt es noch den Megado. Der hat bis zu 32 Schäfte. Diese Webstühle sind alle von Louet aus Holland. Es gibt noch die Firma AVL und Leclerc, die mir bekannt sind, die auch was mit Dobby haben. Aber diese sind, soweit ich gesehen habe, nicht mehr per Handhebel zu bedienen. 24 Schäfte in so einem Mustergerät unterzubringen wird eng.
Für die 8 Schäfte habe ich schon Gummifinger gebraucht, um alles passend einzustellen. Es ist halt alles sehr klein. Fraens hat sich also für eine Mischung aus Magic Dobby und Octado entschieden.
Marlies´ Mann hat für Ihre Version auch damit angefangen, einen Heber zu konstruieren, die nicht so kompiziert sind, wie die von Louet und trotzdem druckbar. Ich habe sie mir angeschaut, habe die Größe übernommen, den Rest aber wieder wie Fraens gemacht. Mein erster Test war noch der Mix aus beiden.
Hier ist der Heber noch so gerade, wie bei Marlies. Erst im Vergleich ist mir der leichte Knick aufgefallen, den der Fraens hat.
Aber mit dem Testdruck wollte ich auch erstmal nur sehen, wie dick mein Heber werden muss, damit die Texsolv Schnur da durch passt. 9mm scheinen auszureichen.
Dann wollte ich auf jeden Fall an der Aufhängung wieder Trennscheiben zwischen den Hebern, um auf genug Platz zu haben, dass die Pins wirklich nur den Heber bewegen, der ausgewählt werden soll. Und ich wollte ein gerades Maß. Damit kamen normale Unterlegscheiben nicht mehr infrage. Also habe ich mir Scheiben mit 1mm Stärke gedruckt und komme so auf eine Breite von 10mm zwischen den Pins.
Weil ich ja immer noch am Testweben war, habe ich mir Teile vorgenommen, die ich auch anpassen wollte und habe mich von den Hebern aus voran gearbeitet.
Die Rollen kamen als nächstes. Bei dem Handhebelwebstuhl liefen die Schnüre noch durch feste Löcher. Beim Dobby waren hier dann Rollen drin. Oben welche für die vorgesehene 2mm Schnur, unten kleinere, wo ein Gummiband die Schäfte wieder nach unten zieht, denn sie sind nicht schwer genug um von allein wieder nach unten zu fallen. An meinem großen Webstuhl muss ich da auch schonmal mit der Hand nachhelfen und die Schäfte wieder nach unten drücken. Die Gummischnur ist also schon gut.
Ja, ich hätte die unteren Rollen für die Gummis so lassen können, aber ich habe sie für die Verschnürung oben in der Breite so angepasst, dass sie mit einer normalen Unterlegscheibe auf die gleichen 10mm Abstand kommen, wie die Heber. Und, weil ich es gerne überall gleich mag, habe ich auch überall die gleichen Rollen eingeplant. Muss ich weniger rechnen 😉
![]() |
| links die kleine Rolle für den Schaftrückzugsgummi, in der Mitte die Rolle, um die Verschnürung umzulenken und rechts meine neue Rolle, die genug Platz für die Texsolvschnur hat. |
In der Zwischenzeit hat mir Marlis Bilder von ihrem Sexton gezeigt, den Sechzehnender, ähm -schäfter. Und ein Bild ist mir sofort ins Auge gestochen: Die Seitenteile für die Schäfte waren an allen Außenkanten glatt. Die Schrauben für die Aufhängung innen. Da hatte ich auch so meinen Kampf beim Fraens. Die vorgesehenen Zylinderkopfschrauben bauen recht hoch, entweder habe ich mich bei meiner Verbreiterung verrechnet, oder beim Abmessen und Sägen der Stäbe vertan. Es war auf jeden Fall sehr eng und es hat gehakt. Beim Heben, beim Senken und aneinander auch irgendwie. Ich habe dann noch vor dem Weben zwischen die Seitenteile und die Auflage Unterlegscheiben gesteckt, weshalb sie dann nicht mehr perfekt ineinander gegriffen haben und beim Einbau in den Schweden ist mir sogar eines der Seitenteile gebrochen. Das Gestell war aber trotzdem immer noch stabil, also habe ich das ignoriert. Die Unterlegscheiben haben mir ein bisschen Platz geschaffen, aber immer noch nicht genug, also habe ich mitten beim Weben, die Zylinderkopfschrauben gegen Linsenschrauben ausgetauscht. Hier ist der Kopf deutlich flacher und ab da ging das Weben dann deutlich besser.
Trotzdem stand für mich fest: keine Schrauben außen! Auf dem ersten Bild oben sieht man schon, dass ich das auch gleich übernommen habe. Der Abstand unten ist etwas größer, weil ja meine Litze das Langloch hat. Ich will auf keinen Fall irgendeine versteckte Verbindung, für die ich den halben Rahmen auseinander nehmen muss, wenn ich was ändern oder einstellen muss.
Schon vor dem ersten Webversuch hatte ich die Rolle, die die Musterleisten in die richtige Position dreht für mich geändert. Ich komme mit diesen eingeschmolzenen Gewindeeinsätzen überhaupt nicht zurecht. Also habe ich da schon dran rumgebastelt und einen Schlitz so eingearbeitet, dass eine M4 Mutter so hineingeschoben werden kann, dass sie sich nicht verdrehen kann. Man schiebt sie einfach nach dem Drucken ein und hat ein stabiles Gewinde. Die Mutter hat dabei genug Luft, damit man sie ggf. noch ein bisschen ausrichten kann.
Das hat super funktioniert und ich konnte die Schraube fest genug anziehen, dass sich die Rolle nicht mitdreht, sondern brav transportiert hat. Am Ende hätte es aber wahrscheinlich gereicht, wenn man ein Loch in die Achse gebohrt hätte, damit die Schraube dort um ein paar Millimeter versinkt und so als Mitnehmer funktioniert
Um neue oder geänderte Teile zu testen, habe ich auf Filament zurückgegriffen, das mal ein Fehlkauf war, oder auch schon länger liegt. Am Ende musste ich einige Teile noch einmal drucken, weil es noch nicht ganz stimmig war.
Als Farbkombination habe ich mich für grau und blau entschieden, mit ein paar schwarzen Tupfern und ein bisschen weiß, wo es optisch gepasst hat.
Nachdem ich den Webstuhl wieder auseinander genommen hatte, musste ich mir was anderes einfallen lassen. Das zusammengesetzte Gestell hat zwar funktioniert, aber am Ende waren es mir auch ein bisschen zu viele Teile.
Also neue Idee: ich reiße alles auseinander und teile es in einzelne Komponenten. Setze diese dann auf einen Holzrahmen und kann alles in der Breite anpassen, wie ich das möchte.
Gedacht - getan. Bei dem Rahmen habe ich mich etwas besser angestellt, als bei den ersten. Zumal ich die Enden jeweils nur auf einer Seite eine Stufe verpasst habe. Mein Maß für den Platz, den die neuen 8 Schäfte benötigen hatte ich. Daran musste ich nun meine restlichen Tele anpassen.
Fast alle Teile von dem Fraens Rahmen kamen mir hier zu Hilfe!
Mein nächstes Teil war die Umlenkung der Texsolv Schnüre. Platz brauchte ich für 8 Rollen und 9 Unterlegscheiben. Was mir nur bedingt zugesagt hat, waren die Alurohre. Sie sind super, meine Rollen laufen sauber darauf. Aber einmal mehr macht sich die Baumarktware bemerkbar. Also kommt in jedes Röhrchen eine Gewindestange M4, die von außen mit Hutmuttern verschlossen wird. Mein Holzrahmen ist an dieses Teil angepasst und auch der Gegenpart, der die Halter für die Kette hält. Ich glaube, dass ist das einzige Teil, dass ich nicht geändert und neu gedruckt habe 😮Die unteren Rollenhalter waren dann wieder schnell gemacht, ich brauchte ja nur alles wegzunehmen, das mir im Weg war. Dafür sind sie auf beiden Seiten gleich.
Beim ersten Testweben kam mir auch ein Bild von einer Reibbremse vor die Nase und nach einigem Stöbern bin ich in Canada auf ein Nachrüstkit gestoßen. Reichlich teuer für so ein paar Teile und vor allem weit genug weg, um nicht in Versuchung zu geraten, es doch zu bestellen.
![]() ![]() |
| selbst zeichnen ist angesagt und zwar so, dass es auf meinen Kettbaum passt. |
| schon getestet und für gut befunden. Das Lösen dürfte gerne noch etwas weniger ruckartig gehen, vielleicht schaffe ich das noch |
Mein Aufsatzrahmen war eigentlich richtig stabil. Ich habe trotzdem sicherheitshalber auf der anderen Seite noch ein paar Stützen darunter gebaut. Sieht am Ende auch schöner aus. 😉
Und dann kam die Königsdisziplin, der Dobby-Aufsatz. Theoretisch hätte ich den Originalroller nehmen können, aber da ich durch die breiteren Heber mehr Platz habe und die ersten Pins doch recht kurz, habe ich mich auch für größere Pins entschieden, die ich nun ohne Werkzeug stecken kann. Die Dobby Pins sind gar nicht mal schlecht, aber beim Nachdrucken und Einsetzen sind mir dort die Nasen der Reihe nach weggebrochen. Am Ende wurde es eine Mischung aus dem Original und dem Kopf vom Louet. Auch die hätten schon in die originale Rolle gepasst.


Nach meinem Webtest habe ich das Dobbygestell noch weiter auseinander genommen und nur den Turm betrachtet. Ein paar von den alten Hebern rausgenommen und meine neuen eingehängt und dann mit den neuen Pins getestet.
Es schien alles zu funktionieren. Trotzdem wollte ich nicht gleich losdrucken. Ein Modell aus Sperrholz schien eine gute Idee.
Hier wollte ich noch den Turm aus Holz machen, wie Marlies´ Mann, aber mein Geschick in der Holzbearbeitung ist seit dem letzten Versuch nicht besser geworden und so habe ich den Gedanken schon gleich wieder verworfen.Für den neuen Test habe ich dann schon meine Schäfte montiert, allerdings nur, um zu schauen, ob der Gedanke mit außen rundum glatt passt. Zum Anbinden habe ich auch die alte Verschnürung genommen. Ich mag es so gar nicht, Fäden zu zerschneiden, egal welche.
der Testturm war nicht, um damit zu arbeiten, sondern nur, um zu sehen, ob meine Maße passen und ob ich in der Größe soweit gehen konnte, die mein Drucker schafft. Nämlich maximal 25cm
Die Heber haben noch Luft, weil das Sperrholz ja dünner ist, als mein Turm am Ende. Aber wenn ich sie zusammenschiebe, sehe ich, dass jeder Pin auch wirklich nur einen Heber bewegt. Wie der Abstand der Rolle mit den längeren Pins sein muss, damit sie auch genau treffen und nicht etwa zu wenig, oder gar zu viel verschieben, konnte ich am Computer nur grob ausknobeln und runden. Aber auch das hat soweit alles gepasst.
Und auf einmal war alles fertig! 😮 Ich war selber ganz erstaunt, dass dann alles Schlag auf Schlag ging. Fertig zum Weben. Auch die Musterkette ist gesteckt und aufgezogen. Weil sie zu lang und zu leicht ist, um sauber zu laufen, habe ich ein altes Bleigewicht aus unserer Taucherausrüstung gemopst, mit Klebeband zu einer Rolle gewickelt und eingelegt. Sitzt perfekt.
Was mir richtig gut gefällt ist, dass es keine geschlossenen Seiten gibt. Alles ist offen durch die 2x2cm Holzleisten. Ich habe am Rahmen mit mehr Einschränkungen und Umarbeiten gerechnet, damit meine Schäfte sich nicht selbständig machen, aber alles läuft super und bleibt, wo es ist. Ich vermute mal, die Gummischnüre werden sich mit der Zeit verabschieden, aber die sind nicht so teuer, dass man sie nicht einfach ersetzen kann. Und wer weiß, vielleicht gibts bis dahin eine andere Lösung.
Uff, dass das so lang und viel wird, war jetzt eigentlich nicht der Plan. Aber hier ist ein gute Punkt für einen Zwischenstop.




.png)
























Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen