Samstag, 6. September 2014

Kreta Tag 11 - letzter Tag

Ein Strandtag, natürlich. Viel mehr war auch nicht zu tun. Und prompt habe ich mir am letzten Tag noch den Buckel verbrannt. Ich werd in diesem Leben wohl nimmer schlau! Dafür habe ich endlich beide Badeanzüge entsorgt, die waren  nun schon so alt, dass so ziemlich jede elastische Faser ihre Elastizität verloren hat, also weg damit. Ich habe so im Gefühl, dass ich jedes Gramm beim packen brauchen werde ;-), ich hab mal wieder zu viel eingekauft... oder zu viel mit hingenommen. Denn von den eingepackten Klamotten habe ich immer noch welche ungetragen im Schrank, trotz vollkleckern. Also geht es nächstes Mal mit noch weniger. Nun ja, die Waschpaste hat auf jeden Fall ihren Dienst getan.
So, alles gepackt und verstaut, bis auf die letzten Sachen.

Ich verabschiede mich von Kreta mit einem Bild aus der Abenddämmerung. Es ist wieder (wie beim letzten Urlaub) ein letzter Blick auf einen Bereich des Hotels. Und natürlich eine Windmühle. Ich finde sie faszinierend!

 
Zu Hause werde ich auch alle Bilder des Tages nachladen. Das hat leider von unterwegs nicht geklappt, weil die Bilder in der Kamera doch recht groß sind und das Internet sehr dünn. Das dauert einfach zu lange. Aber ich habe sie ja als Emailanhang gesichert. Die Suche beschränkt sich also auf ein Minimum.

Mittwoch, 3. September 2014

Kreta Tag 10

Ein ereignisloser Strandtag. Wir haben noch zwei, nein drei freie Liegen gefunden. Und das nach 10 Uhr! Aber ein Haufen Liegen war nur mit Handtüchern belegt. Da krieg ich eine Wut im Bauch! Aber... heut hat doch tatsächlich einer vom Hotelpersonal Liegen abgeräumt, wo nur ein Handtuch lag. JA! Geht doch!

Gegen Mittag hat sich in unserem Rücken der Himmel zugezogen. Die Berggipfel waren komplett in den Wolken verschwunden. Aber dieses Mal ist das Meer ruhig geblieben, fast glatt. Außer, dass es immer noch Frauen gibt, die sich halb nackich am Strand präsentieren und damit jedes gute Bild versauen, ist nix aufregendes passiert. Aber ein Stück weiter liegt eine Mini-Insel im Wasser. Ich kann es leider nicht genau erkennen, aber es sieht aus, als ob tatsächlich eine Kirche draufsteht. Mann, sind die hier heilig *gg


Aber sehr freundlich. Ich denke, wir werden noch einmal wiederkommen und uns die linke Seite der Insel vornehmen. Morgen wird es noch einmal ruhig, nach dem Frühstück werde ich mal schauen, ob ich meine Sachen alle in der Tasche verstecken kann, ansonsten muss halt der große Rucksack für das Handgepäck herhalten.

Dienstag, 2. September 2014

Kreta Tag 9 - Zickenalarm

Der letzte Tag mit Auto, aber weil wir das Auto mit halbvollem Tank bekommen haben, müssen wir es auch so wieder abgeben. Schwer zu schätzen, wie lange halbvoll reicht. Also haben wir heute was in der Nähe gesucht. Außerdem haben wir uns früh reichlich Zeit gelassen, so dass wir erst gegen 11 losgefahren sind.

Erstes Ziel war Mohos. Es liegt auch irgendwie auf dem Weg zum Plateau, aber dort wollten wir heute nicht noch einmal hin. Wenn man vom Hotel aus in die Berge schaut, kann man ziemlich weit oben ein Riesenhaus sehen, vorne mit einer großen Glasfront. Vielleicht kann man da mal schauen, was das ist?

Kaum zu glauben, es ist ein Kloster. Wofür brauchen die so eine tolle Aussicht? Das Beste ist, dass man dort tatsächlich nur (fast) verhüllt reindarf. Also Frauen mit Kopf und Schultern bedeckt und natürlich lange Hosen. Männer haben es etwas leichter, sie brauchen nur lange Hosen zu tragen. Für den Fall, dass man ein Tourist ist und das nicht weiß, oder unvorbereitet ist, gibt es gleich links neben dem Eingang ein kleines Häuschen, wo solche Sachen liegen... Und natürlich haben sie Öffnungszeiten. Wir hatten schon ein Kloster, also haben wir es uns geschenkt und haben nur von außerhalb ein paar Bilder gemacht.

Irgendwann habe ich Ziegengemecker gehört, habe aber keine Ziege gesehen. Da oben ist es aber auch recht steinig, da kann man auch mal ein geschecktes Fell übersehen. Auf dem Rückweg zurück zur Hauptstraße hängt auf einmal eine Zeige mit einem Hinterhuf im Maschendrahtzaun. Die hing doch vorhin noch nicht da... bin ich sicher. Ich hatte zwar einen Fotoapparat in der Hand, aber in dem Moment hab ich gar nicht dran gedacht, wär auch ein bissel deppert.

Wir haben angehalten und ich hab gesehen, dass sie noch lebt. Das hat vorher nicht so ausgeschaut, die hing da einfach nur rum, mit einem Hinterhuf in 1m Höhe, das Gesicht im Dreck. Aber der Kopf hat noch gewackelt. Also haben wir uns das mal angeschaut. Ich geb es zu, ich war ein bisschen schissrich, ich weiß ja, dass die einen mit ihren Hörnern fix mal gewaltig in den Hintern stupsen können. Hm, die hatte aber gar keine Hörner... naja, dann kann sie zumindest auch nicht stupsen. Aber sehr heftig hat sie auch nicht gezappelt, um los zu kommen. Gut, dass es nur ein Maschendrahtzaun war, da brauchten wir nur einen Draht weit genug vom Huf durchzuschneiden, und die Schlinge hat sich geöffnet. Und wieder war ich nicht schnell genug mit dem Fotoapparat, bevor ich wieder am Auto war, war das Fellbündel schon verschwunden. Ich denke mal, so schnell springt die nicht wieder über einen Zaun.

Keine 20m weiter trabt auf einmal ne ganze Herde Ziegen über die Straße. Da bekommt das Wort Zickenalarm gleich eine ganz andere Bedeutung *gg

In Mohos haben wir dann die Tschu-tschu-Bahn getroffen. Ein kleine Elektro-Bimmelbahn mit 3 Anhängern, die sich tapfer den Berg hochgequält hat. Und tatsächlich saß die ganze Touristenmeute in einem Kaffee und hat sich schön ausgeruht. Wir sind 20m weiter gefahren und eigentlich wollte ich nur ein Bild von der Bahn machen und stehe vor einer Olivenfabrik.

Ich habe mich schon gewundert, dass wir noch keine gefunden haben. Und wir haben sogar eine exklusive Führung bekommen. Ein Franzose, der mir in Griechenland auf englisch erklärt, wie Olivenöl gepresst wird. Das ist einfach unschlagbar und kommt an keinen Fernsehbericht ran :-)
Ich muss gestehen, ich habe keinen Akzent gehört und ich habe mich inzwischen mit genug Franzosen auf englisch unterhalten. Erst als er gesagt hat, dass er Franzose ist, hat es ein bisschen durchgeklungen, aber auch nur bei Wörtern, die er nicht wusste und auf französisch gesagt hat. Die waren alle so nett, dass wir natürlich dort im Laden noch ein paar Vorräte eingekauft haben.

Ich dachte die ganze Zeit, die Oliven an den Bäumen, an denen wir die ganze Zeit vorbei gefahren sind, sind noch nicht reif, weil sie noch so winzig sind, aber die Oliven für das Öl sind wohl nicht größer. Eher so klein wie Kapern, nur nicht rund. Natürlich durften wir das Öl und die Oliven probieren und haben dazu einen guten Raki serviert bekommen. Hm, der schmeckt sogar. Der ist natürlich auch im Einkaufskorb gelandet.

In Mohos haben wir kein Kaffee gefunden, dass uns zugesagt hätte, also sind wir weiter gefahren. Bis Avdou. Ein Minidorf, dass nicht ganz so viele verfallene Häuser hat, wie wir es woanders gesehen haben. Es gab ein großes Kaffehaus für Touristen und verschiedene kleine. Wir haben uns für eines entschieden, in dem 2 alte Männer Backgammon gespielt haben. Als wir uns hingesetzt haben, war außer dem Geklapper vom Backgammon nichts zu sehen und zu hören. Irgendjemand im Inneren des Hauses hat unsere Bestellung für den griechischen Kaffe aufgenommen. Dass wir den mit Zucker wollten, ist wohl nicht so rüber gekommen. Naja, dann eben nicht. Die Kurve in der das Kaffee steht ist so eng, dass die Tische und Stühle an drei verschiedenen Stellen stehen. Unser Auto stand direkt neben unserem Tisch. Aber kaum saßen wir, hat ein Auto mit Ladefläche schräg gegenüber geparkt. Direkt vor dem Eingang zu einer anderen kleinen Gasse. Keine 2 Minuten später fährt ein Auto vorbei, dreht um und fährt wieder vorbei, um weiter unten zu parken. 2 junge Männer mit einer älteren Frau setzen sich an den Nebentisch. 2 Brüder mit ihrer Mutter, wie der eine nachher erzählt. Und er erzählt noch mehr.

Wir haben bestimmt eine halbe Stunde geplaudert. Der jüngere der beiden hat sich so gefreut, dass es doch noch Menschen gibt, die sich lieber an so ein winziges Tischchen setzen, um die Ruhe und die Umgebung zu genießen, anstatt in einem großen Laden mit eisgeühlten flippigen Getränken und (ganz wichtig!) WLAN, natürlich kostenlos. Nun weiß ich auch, warum so viele der Häuser in den kleinen Dörfern verfallen. Seit 50 Jahren ziehen die Menschen aus den Dörfern weg in die Hauptstadt, so dass diese seitdem um das über 3fache gewachsen ist, weil dort das Geld verdienen viel einfacher und leichter ist. Inzwischen gibt es wohl nicht nur durch die Krise ein eine recht hohe Arbeitslosigkeit und die Menschen besinnen sich darauf, dass das Leben auf dem Land vielleicht nicht einfacher, aber trotzdem günstiger ist. Es kommen wohl jetzt einige wieder zurück. Es gibt also Hoffnung, dass das Gleichgewicht irgendwann wieder hergestellt ist und Dörfer und Städte wieder so bewohnt sind, dass jeder leben kann. Für den Tourismus kann das nur besser sein, als halb verfallene oder leere Dörfer zu besichtigen.

Kurz bevor die Jungs mit Ihrer Mutter weiter gefahren sind, kam noch ein altes Muttchen, die sich eine Zigarette geschnorrt hat. Hat sie natürlich auch bekommen und dann haben die doch tatsächlich unseren Kaffee mit bezahlt. Da war ich ja mal sprachlos. Aber scheinbar war ihnen die gute Unterhaltung das wert.

Zum Auto zurückgeben war es noch zu früh, also sind wir wieder ins Hotel, um eine kurze Wellness-Runde im Meer zu genießen. In Hersonisos habe ich nur noch die letzten Sachen besorgt und dann haben wir den Bus nach Hause genommen... und sind dieses Mal 2 Stationen zu früh ausgestiegen. Ich dachte, es ist genau die richtige Ecke, aber von der Seite schaut das immer so anders aus. Also hatten wir noch ca. 1km zu tippeln. Soll nochmal jemand sagen, ich bin zu faul zum laufen. Ganz tapfer habe ich durchgehalten und noch ein paar hübsche Bilder gemacht.

Das Bild des Tages ist aber trotzdem das kleine Kaffee. Die Backgammonspieler waren dann fertig, aber sie saßen noch weiter links, außerhalb vom Bild um die Ecke. Die dritte Stelle, um einen Kaffee zu trinken war auf der Straßenseite gegenüber, direkt hinter dem Pick-up. Ich war inzwischen mehrfach Zeuge, dass die Menschen in Dörfern mit so engen und kurvigen Straßen Weltmeister im Ein- und Umparken sind. Sie brauchen diese recht großen Autos, um alles mögliche günstig transportieren zu können, aber ich würde dort nicht mit meinem Auto nicht fahren wollen! Ich bin immer wieder froh über die kleinen Mietwagen *gg



Und damit genug für heute. Die nächsten beiden Tage werden wohl Strandtage werden. Meine Einkäufe habe ich alle erledigt. Nun muss ich nur noch schauen, dass ich alles verpackt bekomme und ohne Übergewicht im Koffer wieder heim komme.

Guts Nächtle oder Kalispera

Montag, 1. September 2014

Kreta Tag 8

Nachdem uns nun nichts mehr eingefallen ist, sind wir heute mal in den Süden gefahren bis zur Küste runter nach Ierapetra. Auch wenn es ein Stück über Land geht, hat man irgendwie immer das Gefühl, am Meer entlang zu fahren. Wenn es mal nicht zu sehen war, ist es kaum aufgefallen. Industrie habe ich ja hier noch nicht gesehen. Olivenbäume bis an den Straßentrand, aber keine Fabriken. Auch Schwerkraftverkehr wie LKWs haben wir nicht zu sehen bekommen. Am Straßenrand habe ich schon LKWs stehen sehen, aber die Straßen sind nicht so damit verstopft, wie zu Hause.

Aber im Süden haben wir über einige Kilometer Gewächshauszelte gesehen. über mehrere Orte links und rechts von der Straße in großen Flächen. Wenn ich mal reinspitzen konnte, habe ich eigentlich nichts gesehen. Entweder haben die jetzt grade erst wieder was angepflanzt, oder abgeerntet. Aber was, habe ich nicht rausbekommen. Ierapetra ist ein schönes ruhiges Strandörtchen, in dem man nicht an jeder Ecke mit Souveniershops überfallen wird, die alle nur das gleiche haben. Aber fast wie in Ägypten kennen sich die Händler untereinander und wenn der eine nicht das gewünschte in der richtigen Größe nicht hat, holt er es beim Nachbarn. Ist mir dieses Mal aber Conchita, ich habe bekommen, was ich wollte :-)

Was mir aber aufgefallen ist: obwohl immer sofort jemand da ist, um für mich das Regal leer zu räumen, ist es nicht so aufdringlich. Wir haben schon überlegt, das nächste mal wirklich nach der Saison zu fahren, auf Lanzarote war das sehr entspannend. Wir müssen nur schauen, dass das Wetter dann immer noch mitspielt und wir nicht vom Herbst zu Hause in den Winter in den Urlaub fahren.

In Ierapetra habe ich dann auch mein Bild des Tages gefunden. Ich habe erst ein bisschen zwischen der Einbahnstraße und dem Taxistand geschwankt. Der Taxistand hat gewonnen, weil er auch gleichzeitig ein hübsches Bild ist. Und ich vermute mal, das ist auch alles. Denn Esel habe ich auch in Ierapetra keinen gesehen.


Die Einbahnstraße, übrigens, war interessant, weil alle Autos in der falschen Richtung geparkt waren. Ich frage mich, wie die bei der engen Gasse wenden konnten, denn in die Richtung in diese Straße zu fahren, ist ja nicht erlaubt...

Weil sonst heute nichts auf dem Plan stand, sind wir dieses Mal recht zeitig wieder im Hotel gewesen. Also sind wir wieder an den Strand gegangen. Auf unserer Seite des Strandes hing eine gelbe Fahne, auf der anderen die rote und unser Freund und Helfer von gestern war heute genauso aufgebracht wie gestern. Hat mit seiner Trillerpfeife Krawall gemacht, als ob er ein ganze Kompanie befehligen würde. Irgendeiner hat wohl nicht gehört und da hat er sich mit seiner Schwimmblase auf den Weg gemacht, um jemanden zu retten, der es nicht nötig hatte. Sogar beim schwimmen hat er noch in seine Trillerpfeife gepustet. Nach dem Rauskommen hat er dann sein rotes Fähnchen geschnappt und Feierabend gemacht. Scheinbar ist das Meer nach 18 Uhr oder wenn die Wasserwacht Feierabend hat, nicht mehr so gefährlich. Ich glaube, darüber nachzudenken, macht mehr Ärger als Frieden, also lasse ich es.

Durch das zeitige Heimkommen habe wir heute auch mal zeitig zum Abendbrot geschafft. Heute haben wir uns mal eine Flasche Weißwein gegönnt. Natürlich einen griechischen, der war richtig lecker, genau richtig zum essen. Leider werden wir den zu Hause nicht finden. Also werden wir den genießen. Und damit gehe ich heute mal zeitig ins Bett.

Sonntag, 31. August 2014

Kreta Tag 7 - Sonntag

Langsam gehen uns die Möglichkeiten aus, um etwas zu erkunden. Auf unserer Tour zum Plateau habe ich auf der Rückfahrt ein Schild gesehen, auf dem Labyrinth stand. Dass es nicht das Labyrinth des Minotaurus sein konnte, habe ich mir schon gedacht, aber kucken kostet ja nix. Es war ja ganz in der Nähe, also hatten wir es auch nicht weit.

Seit ein paar Tagen frühstücken wir recht spät und lassen uns dann schön Zeit, den Tag zu beginnen. Allerdings ist er dann auch später zu Ende, was mich nach dem Abendbrot immer recht müde macht.

Das Labyrinth... ist ein Kinderspielplatz. Aber nicht nur, es ist auch eine Art Freizeitpark. Man kann sich dort auch als Erwachsener sehr gut beschäftigen. Zuerst einmal mit dem Labyrinth. Angeblich soll es in 30 Minuten zu schaffen sein, aber wir sind ja nicht auf der Flucht, also haben wir uns auch mehr Zeit gelassen. Es waren ein Haufen Familien mit Kindern da, so dass es recht quirlig war. Man bekommt am Eingang eine Stempelkarte mit 6 griechischen Namen aus der Mythologie. Es gibt 6 Stellen im Labyrinth, wo man die dann abstempeln kann. Wenn die Karte voll ist, bekommt man 4 Freispiele im Mini-Golf. Nachdem wir für 2 Personen Eintritt bezahlt haben, hab ich mir natürlich auch 2 Stempelkarten geben lassen. Wenn schon, denn schon :-)

Wir haben uns abgewechselt, den Weg zu finden. Etwas hilfreich ist es, dass es kleine Brücken gibt. Wenn man darüber geht bekommt man einen kleinen Überblick, wo man ungefähr langgehen könnte. Nicht dass das wirklich hilft! Nach der nächsten Wand ist alles schon wieder anders. Mir hat das unheimlich Spaß gemacht und ich gehe ganz gewiss auch zu Hause noch einmal in das Labyrinth. Das ist ähnlich. Dort gibt es auch eine Stempelkarte, die man füllen muss. Übrigens sind manche von den Wänden eine Art Türen. Ich vermute mal, dass alle Woche oder Monat, durch Öffnen oder Umschlagen dieser Türen die Wege geändert werden können. Soll ja auch auf Dauer nicht langweilig werden!

Und auch wenn die Minigolfanlage mehr als Schrott ist, weil die Bälle nicht liegen bleiben oder immer wieder zum Anfang zurück rollen, die Tour da durch wird keinem geschenkt. Aber es gibt noch viel mehr zu sehen in dem Park. Es gibt zwei "Gärten", mehr angelegte Beete. Eines davon ist mit Bäumen, alle beschriftet in mindestens 4 Sprachen.
Alles ist auf Geschichte ausgelegt. So ist auch ein verkleideter Minotaurus rumgelaufen, hat Leute erschreckt und sich dann mit ihnen fotografieren lassen. Es gibt an den verschiedenen Stellen Informationstafeln auch mit vielen Bildern. Auf einem habe ich übrigens den Thronsaal von Knossos gesehen, bei dem wir uns nicht angestellt haben, um an einem Steinstuhl vorbei zu laufen. Es ist irgendwie eine Vertiefung in dem Stuhl, der meine freche Vermutung fast bestätigen könnte.

Was mir am besten gefallen hat, war ein kleines kretisches Labyrinth. Ich bin es komplett abgegangen, schön langsam, ohne mogeln, auch wenn die Trennwände keine hohen Hecken waren, sondern nur Steine. In der Mitte steht eine Sonnenuhr mit Tierkreiszeichen, anstatt von Zahlen. Ich hab ein fast schattenfreies Bild gemacht und bin wieder zurück getippelt. Erst jetzt, als ich mich bei dem Bild davon als Bild des Tages entschieden habe, klingt es vollkommen verrückt. ich habe zwischen 5 und 10 Minuten gebraucht, um zur Mitte zu kommen, um die Uhr abzulesen. Wenn ich wieder draußen bin, ist eine Ewigkeit rum, oder ich habe vergessen, wie spät es eigentlich war. Aber vielleicht ist ja der Hintergrund auch, die Zeit einfach zu vergessen und einfach nur dem Pfad zu folgen. Das hat auf jeden Fall funktioniert.


Man kann dabei unheimlich gut abschalten. Vielleicht sollte ich mir ein paar davon auf Papier ausdrucken und mit an die Arbeit nehmen. Immer, wenn mich etwas aufregt, male ich den Pfad nach, um mich zu beruhigen. Aber ich glaube, ich bräuchte einen ganzen Stapel davon... zumindest vor dem Urlaub. Mal schauen, wie es hinterher aussieht.
Was gab es noch? Ein Kartbahn für Kinder, mit recht lauten Plastikautos. Das haben wir natürlich nicht ausprobiert, da sind wir dann doch zu groß dafür. Außerdem die Nachbildung eines uralten Schachspiels. Das schaut ein bissel anders aus, als die Variante, die wir heute kennen. Außerdem (endlich!) eine funktionierende Windmühle, die Wasser aus der Tiefe pumpt. Es funktioniert tatsächlich so, wie ich gedacht hatte. Ich denke (oder habe ich das schon einmal gedacht?), dass die Mühlen, die noch so in der Gegend rumstehen und nichts tun, durch elektrische Pumpen ersetzt wurden. Wobei ich die alte Variante vorziehen würde, sie kostet keinen Strom und Wind geht irgendwie immer.

Eine kleine Töpferei gab es auch, diesmal kostet der Spaß nur 3,- €, aber ich habe es wieder nicht gemacht, obwohl ich heute kurz davor war. Allerdings, hätte es dieses mal nur trocknen können. Das brennen hätte ich zu Hause machen lassen müssen. Und ob ich es heil heim bringen würde, wäre fraglich. Dafür gab es noch eine kleine Menagerie, mit einem Esel, verschiedenen Vögeln, Pferden zum reiten, kleinen Ziegen, die Kletterweltmeister sind und einem Käfig mit kleinen gestreiften Erdhörnchen (oder sowas).

Und wir haben mal wieder einen griechischen Kaffee getrunken. Überraschenderweise war der doppelte auch nicht teurer als der einfache. Und da es ja so ziemlich überall kostenloses WLAN gibt, habe ich heute mal nachgeschlagen, wie der eigentlich gemacht wird und habe festgestellt, dass griechischer und türkischer Kaffee das gleiche sind. Es ist für die Griechen ein Überbeleibsel der Osmanen, dass sie einfach behalten haben. Und es ist das gleiche wie Mokka. Wer hätte das gedacht? Mokka kenne ich ja auch, aber damit hätte ich ihn nicht in Verbindung gebracht. Ich werde aber auf jeden Fall welchen mitnehmen und zu Hause mal schauen, was es so zu kaufen gibt. Der türkischen Kaffee, der bei uns so mit normalem Kaffeepulver gemacht wird, schmeckt irgendwie nicht, ich habe immer das Gefühl, Kaffeekrümel im Mund zu haben. Anders hier. Der Kaffee ist staubfein gemahlen und setzt sich recht schnell am Boden ab.

Alles in allem haben wir einen halben Tag dort verbracht und obwohl man einige der Spiele extra bezahlen muss, finde ich die Preise in der Gaststätte recht human. In Deutschland hätte man alleine dafür nochmal ein Vermögen hingelegt. Den Rest des Tages sind wir in Richtung Hauptstadt gefahren. An der Stadt ist auch mehr dran, als nur viele Leute auf einem Haufen. Da ist einiges zu sehen, das mal an einem anderen Tag mehr Zeit braucht, als nur durchzufahren.

Heute gab es auch wieder Wellness im Meer. Allerdings nur kurz, das Meer war immer noch sehr wellig und es hing die rote Fahne aus. Laut Strandwache hätten wir nur bis zu den Knien ins Meer gedurft. Wir sind bis zur Hüfte rein, bis der Wächter von der anderen Seite kam und uns rausgepfiffen hat. Er war ganz aufgeregt und hat uns ausgeschimpft, wie verrückt. Bis ich verstanden hatte, dass er vor 2 Stunden einen aus dem Wasser gefischt hat, für den der Badespaß nun vorbei ist. Und wenn ich es recht verstanden habe, nicht nur das. Ich glaube schon, dass man schnell bei hohen Wellen die Kontrolle verlieren kann, aber so stark waren die Wellen nun auch wieder nicht, und wir hätten jederzeit aufstehen und wieder aus dem Wasser gehen können.

Ok, wir haben das Auto noch für 2 Tage. Mal schauen, was uns morgen noch so einfällt. Ich habe wirklich keine Ideen mehr.

Kalinichta oder Guts Nächtle für heute.

Samstag, 30. August 2014

Kreta Tag 6

Ein weiterer langer Tag für die Füße. So recht hatten wir heute keinen Plan, was wir anstellen sollen. Da wir ohne Reiseführer unterwegs sind und im Hotel keine Prospekte ausliegen, war es nicht leicht, etwas zu finden, dass halbwegs erreichbar ist, ohne einen halben Tag im Auto zu sitzen. Wir haben uns dann für die Ecke oberhalb von Agios Nikolaos entschieden. Elouda und Plaka hat uns die Reisetante eingekringelt. Also auf.

Die Fahrt über die Schnellstraße war bekannt und deshalb nicht weiter interessant. Irgendwie sind wir aber nach der Tankstelle falsch abgebogen und sind anstatt in Neapoli einmal mehr in Agios Nikolaos gelandet. Ist ja nicht schlimm, inzwischen kennen wir den Weg dort raus und sind an der Küste entlang nach Norden gefahren. Das muss irgendwie die heilige Ecke von Kreta sein, alle paar Meter stehen Schilder für eine Kirche oder ein Kloster. Und auch verschiedene Schilder mit dem Hinweis auf "typical cretain village". Ich bin froh, dass die meisten Schilder zweisprachig sind. Wenn ich genug Zeit habe, kann ich das griechische schon lesen (ein Hoch auf alle Lehrer, die mit griechischen Symbolen nur so um sich geschmissen und uns damit getrimmt haben!), aber im Vorbeifahren schaffe ich das nicht so schnell und wenn, dann kann ich es nicht so schnell mit dem auf der Karte vergleichen, um zu wissen, wo ich bin und wo ich hinwill.

Auf dem Weg nach Norden fährt man direkt an der Küste entlang, wo es immer wieder Stellen gibt, an denen man anhalten kann, um einen Blick auf die Wahnsinns-Aussicht zu werfen. Auch heute war das Wetter etwas windig, und trotzdem schön warm. Darum auch schön gefährlich, um sich im Handumdrehen zu verbrennen. An einer dieser Stellen hing eine Schild von der Cretain Olive Oil Farm mit einem Bild von einem Esel, der einen Mahlstein für eine Olivenmühle antreibt. Außerdem ein Fach mit Werbeflyern, von denen ich mir gleich einen geschnappt habe. Das hat ja richtig gut ausgeschaut. Ein Ort, an dem alles noch handgemacht wird und man das sogar mit anschauen kann. Da muss ich doch hin! So einfach war es dann aber gar nicht zu finden, also habe ich in einem kleinen Lädchen in Elouda nach dem Weg gefragt. Der hat mir das recht gut beschrieben, also einfach nur die Straße zurück, und dann bei dem großen Hotel auf der linken Seite. Klingt doch einfach, zu finden. Aber erst einmal sind wir in die andere Richtung gefahren.

Von so ziemlich dem gesamten Küstenzug kann man eine Fähre zur Insel Spinalonga nehmen. Das ist die ehemalige Lepra Insel. Zur Insel sind wir nicht gefahren, aber wenn man an der Küste langfährt, kommt man ganz schön nah ran. Schaut ein bisschen aus wie Alcatraz auf griechisch. Durch die Wolken hat die Insel ab und zu mal im Schatten gelegen, das schaut gleich ein bisschen gefährlicher aus. Laut Informationstafel ist die Insel bis 1950 noch aktiv in Benutzung gewesen. Hmpf, nee da will ich lieber nicht life hin. Dann besser zur Olivenölfarm.

Aber so einfach, wie die Beschreibung war, war es dann doch nicht zu finden. Ich glaube, wir sind mindestens 2x dran vorbei gefahren, bevor wir es nach nochmaligem Nachfragen dann doch gefunden haben. Halt, wenn das große Schild schon an der Straße hängt, dann kann es eigentlich nicht mehr weit sein... es war genau gegenüber, nur war eben der Pfeil dahin zugewachsen, so dass ich ihn nicht gesehen habe. Aber alles ist gut, wir hatten es ja. Wenn ich ehrlich sein soll, war der Esel schon recht alt und krank, die Ölmühle mehr als kaputt und sicher seit Jahren nicht in Betrieb. Auch alle anderen alten Handwerkszeuge waren nur zum anschauen, nichts mit zeigen wie es geht. Schade eigentlich. Aber ich habe gesehen, wie die getrockneten Tomaten gemacht werden. Und ich konnte einem Töpfer bei der Arbeit zuschauen und Fragen stellen. Was der Mann da in Minuten gezaubert hat, war wunderschön. Im Fernsehen wird das auch immer gezeigt, aber es ist schon was anderes, wenn man direkt daneben steht. Ich habe schon einen strafenden Blick bekommen: Bevor ich ein neues Hobby anfange, muss ein anderes abgeschafft werden. Aber so sehr mich das Töpfern begeistert, das möchte ich meinen Händen dann doch nicht antun. Sie schauen eh schon immer schlimm aus. Der Ton würde sich böse in die Nagelbetten setzen und die Haut rissig machen. Und Creme (welche auch immer) und ich haben so recht keinen Vertrag miteinander. Also anschauen und gut.

Auf dem Weg zurück haben wir dieses Mal die old road genommen, also nicht die Schnellstraße, die auch die new road ist. Man fährt nicht mehr an den ganzen kleinen Dörfchen vorbei, sondern mitten durch. Mit unserem Mini-Auto ist das ja kein Problem durch diese engen Gassen und um die Kurven zu kommen. Aber gerade, wenn ich mich so durchgeschlängelt habe, denke ich, wie da die Riesen-Busse durchgekommen sind. Oder standen damals nicht an den engsten Stellen überall Autos mit Ladefläche rum? Oder vielleicht waren die Busse ja auch kleiner als die Monster von heute? Da wird mir wohl keiner eine Antwort drauf geben.

In einem dieser Dörflein haben wir auch wieder einen guten greek coffee getrunken. Der ist wirklich lecker. Ich denke, wir werden welchen mitnehmen, schon fertig gemahlen, weil so fein, wie der ist, bekommt man das wohl nicht zu hause hin. Dort war auch ein Schild, zu einem Kloster Aretiou. Das wollte ich dann doch mal anschauen. Mal sehen, was an den vielen Klöstern so dran ist. Lustig ist ja, dass man kilometerweit fährt, ohne ein bewohntes Haus zu finden, aber es gibt ein Schild für eine Kirche oder ein Kloster. Wem wollen die dort predigen? Den Oliven? Oder den Schafen und Ziegen, die dort so rumlaufen und klingeln? Zumindest sind sie recht nach bei Gott (bei welchem auch immer), denn diese Gegend ist recht hoch gelegen in den Bergen.

Und hier konnte ich dann auch mein Bild des Tages machen: ein Blümchen in der obersten Stufe, die zum Kloster führt. Es ist eine recht ausgetretene Stufe und so recht kann ich nicht glauben, dass sie so alt ist wie die Scheibe von Phaistos, aber für mich schaut sie aus, wie die Blume dort in der Mitte der Scheibe. Und vielleicht ist sie ja doch so alt? Das ist schon der zweite "Stein", den ich gefunden habe, wo so ein Symbol zu sehen war. Das erste hat ausgesehen, wie eine Fischgräte und gefunden habe ich sie in Knossos. Wenn ich noch welche finde, werde ich mal fragen, ob es dafür eine Art Schatzsuche gibt, bei der man alle Symbole der Scheibe auf der Insel finden muss *gg



Nach dem Abendbrot sind wir noch einmal in den Ort gegangen und haben mal im Umkreis geschaut, was die Läden so zu bieten haben. Vor einer der Gaststätte war ein Auflauf von Leuten. Da haben sie tatsächlich Tzaziki getanzt (ja, Mutti, ich weiß, dass das was zu essen ist). Die Sachen, die man hier kaufen kann, sind irgendwie alle Schrott oder überteuert. Wir werden doch noch einmal nach Hersonisos fahren. Dort gab es zwar Millionen Läden und mir jucken jetzt schon die Füße, wenn ich daran denke, aber was wir dort gesehen haben, hat doch etwas besser ausgeschaut und die Preise waren teilweise tatsächlich günstiger. Damit ist der halbe Urlaub rum. Ich hoffe doch, das Wetter wird noch einmal etwas besser. Am Strand hat heute die rote Fahne gehangen, was bedeutet, dass es eigentlich bei Strafe verboten ist, zu baden. Aber ich möchte schon noch einmal einen Strandtag einlegen. Na schaun wir mal, dann sehn wir schon.

Kreta Tag 5

Heute zuerst das Bild des Tages, ich habe nämlich herausgefunden, wofür die vielen Windmühlen auf der Insel sind. Heute haben wir richtig viele an den unmöglichsten Stellen und in den unmöglichsten Versionen gesehen. Oben auf dem Berg, nebeneinander aufgereiht wie Wachtürme, und auch unten auf dem Plateau, irgendwo in verschiedenen "Grundstücken". Sie sind dafür, um Wasser aus dem Boden zu holen. Auf der Karte und auch als wir in den letzten Tagen so rumgefahren sind, habe ich nirgendwo einen Fluss gesehen. Heute mal eine Rinne, die ausgesehen hat, wie ein Flussbett, allerdings ohne Wasser. Und irgendwie müssen sie ja ihre Olivenbäume und Weinreben wässern. Allerdings denke ich, dass die meisten dieser Windmühlen nicht mehr funktionieren, zumindest nicht diese halb verfallenen Ruinen oben auf dem Berg.


Aber von vorn. Heute haben wir eine Tour in die Berge um das Lassithi Plateau geplant. Auf der Karte sah es recht übersichtlich aus. Eine Bergkette schließt komplett eine Ebene ein, so dass ich dachte, wir können einmal komplett rundum fahren. Aber es war dann doch so lang, dass wir nicht mal im Ansatz einen Teil der Strecke geschafft haben. So sind wir nur ein Stück nach links am oberen Rand gefahren und dann umgedreht und in die andere Richtung weiter, weil der zweite Teil des Plans war, von dort aus noch einmal nach Agios Nikolaidos zu fahren. Die erste Fahrt dorthin war ja nur mal zum schauen, wo es was zu sehen gibt.

Die Straße bis zu dem Bergkreis war voll von Serpentinen, nicht so mein Ding, darum war ich froh, meinen Serpentinenjunkie dabei zu haben. Auf dem Weg bis zum Bergkreis haben wir in einem winzigen Dörflein halt gemacht. Nun ja, winzig sind die irgendwie alle. Kaum reingefahren, fährt man hinten schon wieder raus. Aber dort gibt es einen Riesenbaum. in Höhe von 1,30m über der Wurzel hat er einen Umfang von 14,6m! Das nenne ich mal dick. Hochklettern ist übrigens verboten. Aber beim hochschauen, kann man sehen, dass er auch noch in reichlich Höhe ewig dicke Äste hat, um nicht zu sagen, Stämme. Es ist schon Wahnsinn, dass der unter dem Gewicht nicht zusammenbricht. Ich muss zu Hause mal nachschlagen was ein Plane tree ist. Ich hätte jetzt auf Platane getippt, bin aber nicht sicher. Das Internet hier im Hotel ist recht dünn, obwohl überall, sogar in Bussen (!) mit free WiFi werben. Also beschränke ich es auf ein Minimum und schaue, dass ich so hinkomme und schreibe mir alles auf, was ich nicht vergessen will.

Es gab auch einen kleinen Laden, in dem mich kein Verkäufer angesprungen hat, um mir mitzuteilen, dass er alles hat, was ich möchte, in jeder Farbe und Größe. Nun ja, jetzt habe ich ein hübsches Deckchen für meinen Wohnzimmertisch. Ich denke, dieses Mal ist es nicht zu lang.

Weiter mit den Bergen auf der linken und ein riesige Fläche weit unten auf der rechten Seite hatte man einen tollen Blick in die Ferne. Ich hatte ja die schlimme Befürchtung, dass es wieder kilometerlang nur Olivenbäume zu sehen gibt und wurde angenehm überrascht. Gestern sind wir ein Stück außerhalb dieser Bergkette langgefahren, heute innerhalb und es sieht aus, wie ein komplett anderer Teil des Landes. Heute früh war es richtig wolkig. Die Spitzen der Berge waren voll im Dunst verschwunden und es war sehr schwül und drückend im Hotel. Oben in den Bergen habe ich nur noch dunkle Wolken gesehen, aber die Luft war gut und klar.

In Tzermiado haben wir dann Halt gemacht. Auf der Karte ist es ein größerer Punkt, was eigentlich auf einen größeren Ort hindeutet. Aber Viannos sollte auch größer sein und dann war dort doch nichts zu sehen. Anders heute. An diesem Örtchen ist mehr, als man beim ersten durchfahren vermutet. Wir haben ein hübsches Kaffee gefunden, dass uns fast wie der Dorftreff vorkam. In der Ortsmitte gab es schon auch noch verschiedene Läden und auch eine größere Taverne, aber diese war so eine richtige griechische. Wir haben unseren ersten richtigen Kaffee bekommen, mit Zucker. Ein älterer Mann hat uns gefragt, was wir möchten und hat dann nach innen reingeschrieen: Hey, zwei griechische Kaffee mit Zucker (das haben wir nämlich bestellt) und dann hat er sich wieder an seinen Tisch gesetzt. Der Kaffee kam ein paar Minuten später, mit einem Glas Wasser dazu (nicht extra bestellt) und war einfach göttlich. Wir waren die einzigsten Deutschen hier, alle anderen waren Einheimische. Ein Trubel an Unterhaltung für die man keinen Übersetzter braucht. Das war eine angenehme Pause. Ein Tourist kam kurz herein und nach 1 Minute wieder raus. Der war nur auf der Toilette und hat den Charme dieses Kaffees gar nicht mitbekommen. So ein Depp!

Die drei Läden im Ort, die dann auch Souveniers verkaufen, sind dann aber auch sehr penetrant, ihre Sachen anzupreisen. Gekauft haben wir nichts, aber wir sind noch einmal ein paar schmale Gässchen hochgelaufen und da habe ich es endlich gefunden: diese typischen Häuser mit der Außentreppe. Schade nur, dass ungefähr die Hälfte von ihnen kurz vor dem Zusammenfallen sind, an ein paar wird auch rumrepariert und restauriert, aber es gibt eben einige, die schauen aus, als ob dort seit Jahren keine Tür oder Schloss mehr geöffnet wurde.

Der zweite Teil des Tages war die Fahrt nach Agios Nikolaos. So schön, wie der Vormittag war, so enttäuschend war der Nachmittag. Ich hätte nicht gedacht, dass es wirklich nicht mehr zu sehen gibt, als bei der ersten Durchfahrt. Die Läden unten am Hafen sind entweder schicki-micki oder Touristenramsch. Vielleicht komme ich ja auch noch dahinter, wofür man hier auf der Insel unbedingt einen Pelz braucht. Auch wenn es heute in den Bergen recht frisch war, kalt genug für einen Pelz war es definitiv nicht.

Die Meereswellness ist heute sehr kurz ausgefallen, neben dem bewölkten Himmel war es heute auch recht windig, die Wellen also recht hoch, so dass wir nicht sehr weit raus konnten. Also haben wir nur ein paar Minuten abgekühlt und tatsächlich gegen die Wellen gekämpft. Ich habe mir heute überlegt, dass ich dieses Mal in der ausgedruckten Version des Urlaubstagebuchs die linke Seite für mehr Bilder benutzen möchte. Nichts desto trotz wird es natürlich nur ein Bild des Tages geben.